27
Coſette und Jean Valjean ſanken auf die Knie.
Sie wußten nicht, was es war, ſie wußten nicht, wo ſie ſich befanden, aber ſie fühlten beide, Mann und Kind, der Büßer und die Unſchuld, daß ſie niederknien mußten.
Dieſe Stimmen hatten das Eigenthümliche, daß trotz ihnen das Gebäude verödet zu ſein ſchien. Es glich einem übernatürlichen Geſange in einem unbewohnten Hauſe.
Während dieſe Stimmen ſangen, dachte Jean Valjean an nichts mehr. Er erblickte nicht mehr die Nacht, ſondern einen blauen heitern Himmel. Es ſchien ihm, als breiteten ſich jene Flügel aus, die wir Alle in uns tragen.
Der Geſang verſtummte. Er hatte vielleicht längere Zeit gewährt. Jean Valjean hatte es nicht zu ſagen ver⸗ mocht. Stunden der Extaſe dauern ſtets nur eine Minute.
Alles war wieder in Schweigen verſunken. Nichts auf der Straße, nichts im Garten, was drohte, was beunruhigte. Alles war verſchwunden.
VII.
Fortſetzung des Räthſels.
Der Nachtwind hatte ſich erhoben, was andeutete, daß es zwiſchen ein und zwei Uhr Morgens ſein mußte. Die arme Coſette ſagte nichts. Da ſie ſich neben Jean Valjean geſetzt hatte und ihren Kopf an ihn anlehnte, glaubte er, ſie ſchlief. Er bückte ſich nieder und betrachtete ſie. Coſette
——
——
——


