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dann aber mit Coſette in den Schuppen zu treten. Wer flieht, hält ſich nie für hinlänglich verſteckt. Das Kind, welches beſtändig an die Thénardier dachte, theilte ſeinen Inſtinkt, ſich ſo viel als möglich zu verbergen.
Coſette zitterte und preßte ſich an ihn an. Man hörte den Lärm der Patrouille, welche die Sackgaſſe und die Straße durchſuchte, die Kolbenſtöße gegen die Steine, das Rufen Javerts nach den Polizeidienern, die er aufgeſtellt hatte, und ſeine Flüche, gemiſcht mit Worten, die man nicht verſtehen konnte.
Nach Verlauf einer Viertelſtunde ſchien der Sturm ſich zu entfernen. Jean Valjean wagte nicht zu athmen.
Er hatte ſeine Hand leiſe auf den Mund Coſette's gelegt.
Uebrigens war die Einſamkeit, in der er ſich befand, auf eine ſo eigenthümliche Weiſe ſtill, daß der abſcheuliche Lärm, ſo wüthend und ſo nahe er auch war, kaum den Schatten einer Beunruhigung hineinwarf. Es ſchien, als ſeien dieſe Mauern mit den tauben Steine aufgeführt, deren die Schrift erwähnt.
Plötzlich erhob ſich in der tiefen Stille ein neues Ge— räuſch, ein himmliſches, erhabenes, unbeſchreibliches Geräuſch, ebenſo entzückend, wie jenes fürchterlich. Es war eine Hymne, die aus der Dunkelheit ertönte, Gebet und Harmonien, welche aus dem furchtbaren Schweigen der Nacht erſchallten; weib⸗ liche Stimmen, aber Stimmen, aus denen zugleich der reine Klang der Jungfrauen und der helle Ton der Kinder er⸗ tönte; jene Stimmen, welche nicht dieſer Erde anzugehören ſcheinen und denen gleichen, welche die neugeborenen Kinder noch hören und die Sterbenden bereits zu hören anfangen. Dieſer Geſang erſchallte aus dem finſtern Gebäude, welches den Garten überragte. In dem Augenblick, in welchem das Getöſe der Dämonen ſich entfernte, ſchien eine Schaar von Engeln ſich der Finſterniß zu nahen.
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