Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

bewegt wurden, war unter der Laterne in einen kleinen eiſernen Behälter befeſtigt, zu welchen der Laternenwärter den Schlüſſel hatte, und der Strick ſelbſt wurde durch eine Metallröhre geſchützt.

Mit der äußerſten Anſtrengung ſprang Jean Valjean mit einem Satze über die Straße in die Sackgaſſe hinein, ſprengte das kleine Schloß mit der Spitze ſeines Meſſers und einen Augenblick darauf war er wieder bei Coſette. Er hatte einen Strick. Dieſe finſteren Entdecker von Hülfs⸗ mitteln, welche gegen das Schickſal kämpfen, ſind ſchnell bei ihrem Geſchäfte.

Wir erwähnten, daß die Straßenlaternen dieſe Nacht nicht angezündet waren. Die Laterne der Sackgaſſe Gen⸗ rot brannte daher ebenſowenig wie die anderen, und man konnte darunter vorbeigehen, ohne nur zu bemerken, daß ſie ſich nicht an ihrer Stelle befand.

Indeß die Stunde, der Ort, die Dunkelheit, die ſon⸗ derbaren Beſchäftigungen Jean Valjeans, ſein Gehen und Kommen begannen Coſette zu beunruhigen. Jedes andere Kind wie ſie würde ſchon längſt laut geſchrien haben. Sie

begnügte ſich damit, Jean Valjean am Ohre zu zupfen.

Immer deutlicher hörte man die Schritte der Patrouille.

„Vater“, ſagte ſie leiſe,„ich fürchte mich.“

„Still“, erwiderte der unglückliche Mann.„Es iſt die Thénardier.“

Coſette erbebte. Er fügte hinzu:„Sage nichts, laß mich gewähren. Wenn Du ſchreiſt oder weinſt, findet Dich die Thénardier. Sie kommt, um Dich wieder zu holen.“

Ohne Uebereilung, doch mit der größten Schnelligkeit und Sicherheit, welche in dieſem Augenblicke um ſo bemer⸗ kenswerther war, als die Patrouille und Javert dazu kom⸗ men konnten, nahm Jean Valjean jetzt ſeine Halsbinde ab, legte ſie Coſette unter einer Achſel um den Leib, ſo daß ſie

dus binde Seel des ſeine jene Ma heit der hal auf

zu Th

zuf

ſie

ſic hi