macht hat, weil dort vor einigen zwanzig Jahren der ver⸗ urtheilte Battemolle entfloh.
Jean Valjean maß mit den Augen die Mauer über die er die Linde erblickte. Sie war ungefähr achtzehn Fuß hoch. Die Ecke, die ſie mit dem Giebel des großen Ge⸗ bäudes bildete, war mit einem dreieckigen Mauerwerk aus⸗ gefüllt, wahrſcheinlich um ſie vor Verunreinigungen zu be⸗ wahren.
Dieſes Mauerwerk war ungefähr fünf Fuß hoch. Von dem Giebel deſſelben betrug die bis zur Höhe der Mauer zurückzulegende Strecke nur noch ungefähr vierzehn Fuß.
Die Mauer war bedeckt mit flachen Steinen.
Die größte Schwierigkeit war Coſette. Sie konnte eine Mauer nicht erklettern. Sie verlaſſen? Daran dachte Jean Valjean nicht. Sie mit ſich zu nehmen, war un⸗ möglich. Alle Kräfte eines Menſchen ſind nothwendig, um eine ſolche Erſteigung möglich zu machen. Die geringſte Laſt würde ſeinen Schwerpunkt gefährden und ihn herab⸗ ſtürzen.
Er hätte eines Strickes bedurft. Jean Valjean hatte keinen. Wo ſollte er um Mitternacht in der Rue Polon⸗ ceau einen Strick finden? Wahrlich, wenn Jean Valjean in dieſem Augenblicke ein Königreich beſeſſen hätte, ſo würde er es für einen Strick hingegeben haben.
Alle äußerſten Lagen haben ihre Blitze, die uns bald blenden, bald uns leuchten.
Der verzweiflungsvolle Blick Jean Valjeans traf auf einen Laternenpfahl der Sackgaſſe Genrot.
Um jene Zeit gab es in Paris noch keine Gasbrenner. Mit Anbruch der Nacht zündete man die Straßenlaternen an, die von Strecke zu Strecke aufgeſtellt waren und mit Hülfe eines Strickes auf- und niedergelaſſen wurden, der von einer Seite der Straße zur andern ging und an einen Pfahl befeſtigt war. Die Haſpel, mit welchen dieſe Stricke
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