Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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Javerts unterſchied, ſchritten langſam und vorſichtig vor⸗ wärts. Sie blieben öfters ſtehen. Offenbar unterſuchten ſie alle Ecken und Winkel, alle Thüren und Thorwege.

Er konnte ſich nicht darüber täuſchen, daß dies eine Patrouille war, die Javert getroffen und für ſeinen Dienſt in Anſpruch genommen hatte.

Die beiden Gehülfen Javerts gingen zwiſchen den Soldaten.

Bei dem langſamen Schritt, in welchen ſie marſchirten, und bei dem öfteren Halt brauchten ſie etwa eine Viertel⸗ ſtunde, um bis zu dem Orte zu gelangen, an welchem ſich Jean Valjean befand. Es war ein entſetzlicher Augenblick. Einige Minuten nur noch trennten Jean Valjean von dem furchtbaren Abgrunde, der ſich zum dritten Male vor ihm öffnete. Und jetzt war der Bagno nicht mehr blos der Bagno, ſondern es war auch die für immer verlorene Co⸗ ſette, das heißt ein Leben, welches dem Innern eines Grabes glich.

Nur noch eines war möglich.

Jean Valjean hatte das Eigenthümliche, daß man von ihm ſagen konnte, er trüge zwei Seelen; in der einen bewahrte er die Gedanken eines Heiligen, in der andern die gefährlichen Talente eines Galeerenzüchtlings. Je nach der Gelegenheit zeigte er die eine oder die andere.

Unter andern Hülfsquellen war er, wie man ſich er innern wird, durch ſeine häufigen Fluchtverſuche aus dem Bagno zu Toulon auch Meiſter der unglaublichen Kunſt geworden, ſich ohne Leitern, ohne Haken, nur durch ſeine Muskelkraft allein, indem er das Genick, die Schultern, die Hüften, die Knie und die Füße anſtemmte und die kleinen Vorſprünge der Steine benutzte, in dem Winkel einer Mauer, wenn es ſein müßte, bis zu der Höhe eines ſechſten Stockwerkes zu erheben; eine Kunſt, welche die Ecke der Conciergerie in Paris ſo furchtbar und ſo berühmt ge

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