Teil eines Werkes 
2. Abt., 2. Bd. (1863)
Entstehung
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18 Rinnen angebracht; die verſchiedenen Verzweigungen von einer Hauptröhre zu allen den einzelnen hoben ſich gegen die Front des Hauſes ab, wie die Aeſte eines Baumes. Dieſe Verzweigungen der Rinnen mit ihren hundert Ecken und Biegungen gleichen jenen gewaltigen Weinſtöcken, welche alte Pachthöfe oft bekleiden.

Dieſe eigenthümliche Treppe von Zinn? und Eiſenſproſ⸗ ſen war der erſte Gegenſtand, der Jean Valjean auffiel. Er ſetzte Coſette mit dem Rücken gegen einen Eckſtein, em⸗ pfahl ihr das tiefſte Schweigen und eilte zu dem Orte, wo die Rinnen das Straßenpflaſter berührten. Vielleicht war es möglich, daran hinaufzuklettern und in das Haus zu ge⸗ langen. Allein die Rinne war verfallen und unbrauchbar und hielt kaum noch in ihrer Befeſtigung. Ueberdies waren alle Fenſter des ſchweigſamen Gebäudes mit ſtarken Eiſen⸗ gittern verwahrt, ſelbſt die Dachfenſter. Außerdem beſchien auch noch der Mond hell dieſe Front, und der Menſch, der Jean Valjean vom Ende der Straße aus beobachtete, hätte ihn in die Höhe klettern ſehen. Was ſollte er endlich mit Coſette anfangen? Wie ſie ein drei Stockwerk hohes Ge⸗ bäude hinaufbringen?

Er verzichtete deshalb darauf, an den Waſſerrinnen in die Höhe zu klettern, und kroch längs der Mauer hin, um wieder nach der Rue Polonceau zurückzugelangen.

Als er die Ecke erreichte, wo er Coſette gelaſſen hatte, üderzeugte er ſich, daß ihn hier Niemand ſehen könnte. Er entging, wie wir dies weiter oben erklärten, allen Blicken, von welcher Seite ſie auch kommen mochten. Außerdem war er im Schatten. Endlich gab es hier zwei Thüren. Vielleicht konnte er eine derſelben ſprengen. Die Mauer, über welche er die Linde ſah, gehörte offenbar zu einem Garten, in welchem er ſich wenigſtens verbergen und den übrigen Theil der Nacht zubringen konnte, obgleich die Bäume keine Blätter hatten.

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