ſehr niedrig auf der Seite der Rue Polonceau war. Hier ſenkte es ſich an der Ecke, deren wir erwähnten, ſo ſehr, daß es nur noch eine Mauer hatte. Dieſe lief nicht gerade, ſondern bildete einen Winkel, der durch ſeine Flügel zwei Beobachtern entzogen war, von denen der Eine in der Rue Polonceau, der Andere in der Rue Droit⸗Mur geſtanden hätte.—
Von den beiden Flügeln des Winkels an verlängert die Mauer ſich nach der Rue Polonceau bis zu einem Hauſe, welches die Nummer 49 trug, und nach der Rue Droit⸗Mur, wo ſie viel kürzer war, bis zu dem finſteren Gebäude, deſſen wir erwähnten, und wo ſie wieder einen einſpringenden Winkel bildete. Die Giebel, an die ſie hier ſtieß, hatten ein finſteres Ausſehen; es war darin nur ein Fenſter, oder richtiger geſagt, zwei mit Zink beſchlagene Fenſterladen, die ſtets geſchloſſen waren.
Das Mauerſtück wurde beinahe ganz ausgefüllt durch ein Etwas, das einem rieſigen und erbärmlichen Thore glich. Es war eine unförmliche Anhäufung perpendiculärer Bretter, oben weiter als unten und miteinander durch breite eiſerne Querbänder verbunden. Daneben ſah man einen Thorweg von gewöhnlicher Größe, der offenbar nicht vor längerer Zeit als fünfzig Jahren hier durchgebrochen wurde.
Eine Linde zeigte ihre Aeſte jenſeits der Mauer und dieſe war auf der Seite der Rue Polonceau mit Epheu berankt.
Bei der ungeheuren Größe der Gefahr, in welcher Jean Valjean ſchwebte, hatte dieſes Gebäude etwas Unbe— wohntes und Einſames, was ihn reizte. Er überflog es ſchnell mit den Augen. Er ſagte ſich, wenn es ihm gelänge, hier einzudringen, ſo wäre er vielleicht gerettet. Dabei er⸗ wachte in ihm ein Gedanke und eine Hoffnung.
In dem mittleren Theile des Gebäudes, nach der
Rue Droit⸗Mur, waren vor den Fenſtern alte eiſerne Die Elenden. IV. 2
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