Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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welches kaum durch die frommen Worte des Prieſters und den keuchenden Athem der Sterbenden unterbrochen ward.

Plötzlich ſank Albert am Bette ſeiner Mutter auf die Kniee nieder, ſtieß einen lauten Schrei des Schmerzes aus und drückte ſeine Lippen auf Mercedes' kalte Hand.

Sie war nicht mehr.

Wenige Stunden nach Mercedes' Tode ſah man in der Kapelle des ärmlichen Catalonierdorfes einen Prieſter vor dem einfachen Altare knieen. Er betete das Gebet für die Verſtorbenen.

Thränen und Schluchzen unterbrachen oft ſeine Stimme.

Der Schmerz, welcher das Herz des betenden Prieſters erfüllte, war ein ganz außerordentlicher, denn die Frau, an deren Leiche er jetzt betete, war in ſeiner Jugend ſeine Geliebte geweſen und in ihrem reifen Alter das Opfer ſei⸗ ner Rache geworden, als die Liebe eines Sohnes ihr Da⸗ ſein erfreuen ſollte.

Edmund Dantes ſtand betend an Mercedes' Leiche. Das Leben im Angeſicht des Todes! Der Henker im An⸗ geſicht ſeines Schlachtopfers! Die Herausforderung, welche das wahnſinnige thörichte Leben der Ewigkeit täglich in's Geſicht ſchleudert.

Tauſend Mal hatten ſie in dem Dorfe der Catalonier ſich ewige, unverbrüchliche Liebe geſchworen und ſelbſt den Himmel aufgefordert, das von ihnen, welches das andere überleben würde, durch ſeinen Blitz zu vernichten.

Mercedes und Edmund Dantes wurden die Opfer die⸗ ſer Liebe. Dennoch vergaß erſtere nicht die Pflichten der Gattin und Mutter.

Das am Altar mit Ferdinand Mondego geſchloſſene Bündniß ſiegte über die Neigungen des armen, jungen Mäd⸗ chens aus dem Dorfe der Catalonier.

Die mütterlichen Pflichten übten eine größere Herrſchaft über die Mutter gewordene Gattin, als die Reigungen

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