Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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des unſchuldigen Herzens, ſobald die Bande getrennt wa⸗

ren, die nicht ſo feſſeln können, wie die heiligen Worte der

Religion und der Mutterſchaft.

Und Edmund Dantes hatte, verblendet durch Stolz.

Reichthum und Rachedurſt, wenn auch nicht dieſe Feſſeln, welche das arme Opfer der Liebe, der Ehre und der Pflicht feſthielten, zu ſprengen geſucht, ihr doch wenigſtens den größten Theil der Züchtigung zugefügt und eine empörende Rache geübt.

Aber die im Dorfe der Catalonier vor dem Antlitz Gottes und der Menſchen geleiſteten Liebesſchwüre waren noch nicht erfüllt.

Das eine ſollte das andere nicht überleben.

Wenn Mercedes' Ehe mit Ferdinand Mondego im Him⸗ mel geſchloſſen worden, ſo war Edmund Dantes dort auch verurtheilt worden, mit ihr zu ſterben.

Das Requiescat in pace, von einem Geliebten an der Leiche ſeiner Geliebten gebetet, glich der Stimme, welche auch ihm verkündete, daß ſein Stündlein gekommen ſei.

Und der dumpfe Ton der Glocke auf der Kapelle des Dorfes der Catalonier hörte nicht auf die Todten zu be⸗ klagen.

Er klang wie eine düſtere Vorherſagung.

Mercedes' Leiche ward in die Erde hinabgeſenkt, der Todtengräber verrichtete ſeinen Dienſt, als der Prieſter, welcher die letzten Gebete ſprach, mit einem tiefen Seufzer, der ihm das Herz zerriß, in daſſelbe, für die unglückliche Gräfin von Morcerf geöffnete Grab hinab glitt.

Dieſer Prieſter war ſchon Richts mehr als eine Leiche.

Der Schlag, der ihn getroffen, war vernichtend

Die Hand des Allmächtigen, welche dem Stolzen zürnet, oder der barmherzige Arm Gottes, hatte Mitleid mit den Schmerzen und Leiden dieſes Mannes und vereinigte

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