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„Verzeiheſt Du mir die That, die ich jetzt mit Dir vornehmen werde?“
„Ja.“
„So nimm dieſe Binde; die Stunde iſt da.“
„Laß mich noch einen einzigen Augenblick die mich um⸗ ringende Menge ſehen,“ ſagte Benedetto;„ich will mich bemühen, ein befreundetes Geſicht zu erkennen.“
Und Benedetto richtete ſich auf dem Schaffot empor und betrachtete aufmerkſam die daſſelbe umgebende Volks⸗ maſſe.
Mit ſcharfem Blicke muſterte er alle Phiſiognomien, die ihm nahe genug waren, und ſtieß dann, indem er nach einer andern Richtung hinblickte, einen Ruf der Ueberra⸗ ſchung aus.
Er hatte in einem Wagen, der ſich wegen der dicht— gedrängten Volksmaſſe nur langſam über den Platz be⸗ wegte, eine Frau geſehen, welche das Gewand der Schwe⸗ ſtern von San Lazaro trug und die eine zweite, kranke Frau zu begleiten ſchien.
„Mein Vater,“ ſagte er zu dem Prieſter,„mein letz⸗ ter Wunſch wäre, mit dieſer Schweſter von San Lazaro zu ſprechen, welche in dieſem Augenblicke in einem Wagen über den Platz fährt. Sagen Sie ihr, daß ich ſie um der Liebe Gottes willen bitten laſſe, zu mir zu kommen.“
Der Prieſter ſtieg ſofort von dem Blutgerüſt herab, um den Wunſch des Delinquenten zu erfüllen und die
fromme Schweſter von San Lazaro zögerte nicht, dem an ſie ergehenden Rufe Folge zu leiſten.
So wie ſie näher kam, veränderten ſich Benedetto's
Züge guf merkwürdige Weiſe. Er drückte mehrmals die
Hände vor die Augen, wie um uwign Thränen 1* rückzuhalten.
Die barmherzige Schweſter ſtieg die 2repht des Schaf⸗ fot's, hinguf und trat vor den Delinquenten.
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