Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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dem Prieſter nieder, welcher für die Seele des Delinquen⸗ ten das göttliche Erbarmen anrief:

Welchen Monatstag haben wir heute? fragte Ben⸗ dettv.

Den ſiebenundzwanzigſten September, mein Sohn.

Den ſiebenundzwanzigſten September! wiederholte Benedetto in ruhigem Tone und mit wehmüthigem Lächeln.

Dann feiere ich alſo meinen Geburtstag auf dem Schaffot.

Verzeihſt Du Deinen Eltern die Vernachläſſigung, deren Sie ſich von Deiner Geburt an an Dir ſchuldig ge⸗ macht haben? Verzeihſt Du Deinem Vater das Verbre⸗ chen des Kindermord's?

Ich habe ihnen ſchon längſt Alles verzichen.

Wohlgethan, mein Sohn; Gott ſei ewig mit Dir!

Sobald, als die erſten Sonnenſtrahlen die düſteren Höfe von la Force beleuchteten, ward die Thüre des Bet⸗ zimmers geöffnet und eine Abtheilung Soldaten holte den Verurtheilten ab, um ihn in das Zimmer des Henkers zu führen, damit ihm dieſer die Haare abſchnitte und das Kleid der Verurtheilten anlege.

Nach dieſen Vorbereitungen beſtieg Benedetto den Kar⸗ ren und der Henker gab, nachdem er hinter ihm aufgeſtie⸗ gen, das Zeichen zur Abfahrt.

Eine Schwadron Cavalerie begleitete den Karren bis zu dem Schaffot, um welches herum eine dicht gedrängte Volksmaſſe neugierig harrte. Benedetto empfing den letz⸗ ten Segen des Beichtigers und wieß mit ſanfter Geberde die Augenbinde zurück, welche der Henker ihm vorhielt, indem dieſer, dem Herkommen gemäß, die beiden folgenden Fragen an ihn richtete:

Wünſcheſt Du zu eſſen oder zu trinken? Nein.

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