Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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N

kannt, wenn wir alle Handlungen ihres öffentlichen Lebens

mit aufmerkſamem Blicks verfolgt haben und wenn es die⸗ ſem Manne gelungen iſt, in uns ein, wenn auch nur einfa⸗ ches Gefühl der Neugier zu erwecken, ſo empfinden wir im⸗ mer eine lebhafte Gemüthsbewegung in dem Augenblick, wo wir ihn nach einer langen Trennung wiederſehen.

Wir beobachten, analhſiren, vergleichen und kritiſiren gern alle ſeine Geberden, alle ſeine Worte, alle ſeine Hand⸗ lungen, weil bei jedem Schritt jedes dieſer Dinge uns eine Veränderung, einen Unterſchied darbietet, zwiſchen dem, was er damals war, und zwiſchen dem, was er heute iſt.

Das Alter, die neuen Bande, welche der Menſch knüpft, ſeine Anſchauungs⸗ und Denkweiſe, ſeine frivole oder ſtreng moraliſche Converſation Alles trägt bei, un⸗ ſere natürliche Neugier zu erwecken.

Der Graf von Monte-Chriſto war einer jener Men⸗ ſchen, in welchen die Zeit eine wirkliche Revolution hervor⸗ bringt und ſie für Den, der ſie während einer längeren Periode nicht geſehen, faſt unkenntlich macht.

Als der Graf von Monte-Chriſto zum erſten Male die Bühne unſerer Erzählung betrat, nahm er, wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, eine jener Stellungen ein, welche die Natur ausdrücklich für ein beſtimmtes Weſen geſchaffen zu haben ſcheint und die in das Buch des Schick⸗ ſal's eingeſchrieben iſt, in welches Gott, der Menſch und der Teufel wechſelsweiſe, am öfterſten aber zuſammen gleich⸗ zeitig ſchreiben und wieder ausſtreichen.

Der Graf von Monte-Chriſto ſah die ganze Vergan genheit des unglücklichen Edmund Dantes noch faſt vor ſei⸗ nen Augen ausgebreitet, wie das furchtbare Leichentuch, welches ſein langes Märthrerthum einhüllte und auf wel⸗ chem mit ſeinem Blut und ſeinen Thränen die Namen ſei⸗ ner Henker geſchrieben ſtanden!

Die Stimme des alten Abbé von Farig, dieſe Stimme, welche ihn die Geheimniſſe der menſchlichen Wiſſenſchaft

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