Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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nigo, der weit die Thore ſeines Palaſtes öffnete, ſeine glänzenden Salons und prachtvollen Gärten beleuchtete und ſie mit Allem bevölkerte, was es Schönes, Vornehmes und Reiches in Venedig giebt, ſchickte ſich an, mitten im Ausbruch einer allgemeinen Freude dieſen Freund zu em pfangen, deſſen Namen in aller Munde war den Gra⸗ fen von Monte⸗Chriſto.

Aber wer war denn dieſer Graf von Monte-Chriſto? Ein ungeheuer reicher Mann, ein Nabob von franzöſiſcher Herkunft, der ſchon lange den Orient als ſein zweites Va⸗ terland betrachtete, wo er die einzige Tochter eines vorma ligen Paſcha's von Janina geheirathet hatte.

Und Jeder erzählte ſeine Geſchichte und erweiterte das, was ſein Nachbar ihm darüber mitgetheilt. Es war ein förmliches Lauffeuer von mehr oder weniger wahren, mehr oder weniger wahrſcheinlichen Anekdoten.

Vom Broglio bis zum großen Canal, von der Piazza bis zum Boudvir der ſchönen Dame, hörte man nur den Namen des berühmten Fremden nennen, zu deſſen Ehren dieſer Ball gegeben ward und auf welchen ſich die ganze Bewunderung und das ganze Intereſſe des Augenblick's con⸗ eentrirten. Kein's der erblichen Oberhäupter der vornehm⸗ ſten Familien Venedig's vergaß, dem Grafen von Monte⸗ Chriſto ſeine Huldigungen darzubringen und eine elegante Viſitenkarte auf dem goldenen Teller niederzulegen, der zu dieſem Gebrauche beſtimmt, in dem Salon auf einem klei⸗ nen Tiſche von Ebenholz und Elfenbein ſtand, denn Graf von Monte⸗Chriſto empfing perſönlich Niemanden, der nicht zu der Zahl ſeiner vertrauten Freunde gehörte.

Ehe wir ausführlich über den Ball des Grafen Gra⸗ denigo ſprechen, wollen wir zwei Worte über den Män ſagen, den man den Grafen von Monte-Chriſto nannte, und der ſeinen Namen dem Roman gegeben, zu welchem wir hier die Fortſetzung liefern.

Wenn wir irgend eine Perſon einmal geſehen und ge⸗

Die Todtenhand. 3. Band. 2