Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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Ein friſcher Zephhr bewegte die wilde Vegetation der Inſel und pfiff durch die Spalten der Felſen.

Schwere, von Oſt nach Weſt ziehende, düſtere Wolken⸗ maſſen verdunkelten von Zeit zu Zeit die glänzenden Strah⸗ len der Sonne und dann ſchien die Inſel mit einem dichten, geheimnißvollen Schleier bedeckt, der den Reiz dieſes wild romantiſchen Anblick's noch erhöhete.

Unten am Fuße der Felſen hörte man die Meeres⸗ wogen ſich brechen, und das durch das Echo ſich wieder⸗ holende melancholiſche Murmeln ſtieg gleich einem wunder⸗ baren Chor von Menſchenſtimmen in die Lüfte empor.

Valentine zitterte, ſo wie ſie ſich der Grotte näherte; doch bot ſie Alles auf, um Maximilian's Gedanken von dem Gegenſtand abzulenken, der ihn beſchäftigte und ſein Gemüth beunruhigte.

Endlich erſchien bei einer Biegung um den Felſen das ſtolze Portal der Grotte plötzlich ſeinen Blicken.

Valentine blieb ſtehen.

Biſt Du müde, meine Freundin? fragte ſie Maxi⸗ milian;wir brauchen nun nicht mehr lange, um in

unſeren unkerirdiſchen Palaſt zu gelangen. Hier

Eingang.

Ja! da iſt er! dies iſt das Portal! weiter hin befin⸗ det ſich das Heiligthum unſerer erſten Glückſeligkeit. Maxi⸗ milian, hier richtete ſich der Bau des Glückes auf, welches wir bis zu dieſer Stunde genoſſen haben. Laß mich Athem ſchöpfen laß mich an jenen Tag denken, der ſo ſchön und ſtrahlend nach einer langen Reihe von Qualen für uns empordämmerte. Ach, wie glücklich fühlte ich mich an jenem Tage, wie großartig und ſchön erſchien mir das Schauſpiel, welches uns umgiebt! Mein Geiſt bevölkerte alle dieſe Granitmaſſen mit Blumen, und in jeder dieſer

Blumen ſah ich Dein Bild! Heute aber ſind alle dieſe

Blumen, die wunderlichen, anmuthigen Geſchöpfe meiner Phantaſie, verſchwunden. Es ſcheint mir, als hätte ſie ein