Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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Den züchtigen würde, der ihn beſchimpfte, eben ſo muß ich Ihnen jetzt beweiſen, wie großmüthig das Herz eines Franzoſen fremdem Unglück gegenüber iſt. Hier iſt meine Börſe.

Und er warf Giovanni eine mit Gold gefüllte Börſe vor die Füße. Der ſtolze junge Mann ſchauderte und weinte vor Wuth, als ob er eine Ohrfeige bekommen hätte.

Nun ſprach Maximilian mit lauter Stimme die Worte: Gute Nacht, Meſtre Gradenigo, der heilige Antonio nehme Sie in ſeinen Schutz!

Am Ende einer zweitägigen Reiſe befand ſich die Vacht Bonace, nachdem ſie die Inſel Elba umſchifft, einigen ſtei⸗ len Felſen gegenüber, deren zackige Spitzen ſich in den erſten Strahlen der Morgenröthe phantaſtiſch gegen den Himmel abzeichneten.

Dies war die Inſel Monte-Chriſto.

Valentine betrachtete, auf Maximilian's Arm geſtützt, ruhig dieſe einſamen Felſen, die allmälig, ſo wie die Vacht näher kam, rieſige Dimenſionen annahmen. 2

Wos jetzt in dem Herzen Valentinen's vorging, war ſicherlich ſehr verſchieden von dem, was Maximilian dachte.

Ihre Empfindungen hatten nichts mit einander gemein.

Marimilian war aufgeregt im Angeſichte dieſer Felſen, der

unbeweglichen, ſtummen Hüter eines unermeßlichen Schatzes. Valentine ſchien ſich in dem Gedanken zu gefallen, daß dieſe

ſelben Felſen unter ihren rieſigen Maſſen ſchon weiter nichts

mehr verbürgen, als einen ungeheuren Aſchenhaufen.

Als die Racht in der kleinen, ſicheren Bucht der öden Inſel vor Anker ging, gab Maximilian den Wunſch zu er⸗ kennen, noch denſelben Tag an's Land zu gehen. Volentine machte jedoch bemerklich, daß die Nacht ſchon nahe, daß der zum Eingang des unterirdiſchen Palaſtes führende Weg ſchlecht und es daher beſſer ſei, erſt den folgenden Morgen früh an's Land zu gehen. 3