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eine kleine Bemerkung zu machen. Wenn der Gatte der
Beiſpiel, daß es hier in Venedig, wie ich bereits geſtern das Vergnügen gehabt zu erklären, eine Dame, eine Lands⸗ männin von Ihnen giebt, welche die Güte ſo weit treibt, daß ſie in hellem Mondſcheine Lectionen ertheilt.“ Ein kalter Schweiß benetzte Maximilian's Stirn und
um ſeine Lippen irrte ein gezwungenes Lächeln, wie um auf den hölliſchen Chor des ſchallenden Gelächters der iun⸗ gen Venetianer zu antworten. „Nichts iſt in dieſer Welt unmöglich,“ fuhr Grade⸗ nigo fort.„Wenn Sie nicht mit mir in ungefähr gleichem Alter ſtünden, ſo würde ich Ihnen nicht erzählen, daß es in Venedig eine gewiſſe fremde Dame giebt, welche die kur⸗ zen Augenblicke der Freiheit, welche ihr ihr Gemahl durch ſeine Abweſenheit läßt, auf bewundernswürdige Weiſe zu benutzen verſteht und zwar mit jenem feinen Geſchmack, durch den ſie ſich überhaupt auszeichnet. Ein Greis würde in der That nicht dergleichen Worte dulden, deren Inhalt dennoch zu wahr iſt, als daß ein noch junger Mann ſich veranlaßt ſehen könnte, den Irrthum eines Widerſpruch's zu begehen. Denken Sie nicht auch wie ich, meine Herren?“ Giovanni's Worte wurden mit lautem Beifall aufge⸗ nommen. „Eempfangen Sie ebenfalls meine Glückwünſche, Sig⸗ nor Gradenigo!“ ſagte Morel, indem er die größte Ge⸗ müthsruhe affectirte.„Indeſſen erlauben Sie mir, Ihnen
Dame, die ſich auf dieſe Weiſe gegen Sie bezeigt, ein al⸗ ter Edelmann iſt, ſo müſſen Sie eine Beleidigung, ja mehr als eine Beleidigung fürchten, denn erſt wird er Sie durch ſeine Diener durchprügeln und dann ermorden laſſen! Wenn es im Gegentheile ein noch junger Mann iſt, wie Sie oder ich, ſo werden Sie— da ich nicht begreife, eben ſo, wie keiner von Ihnen begreifen wird, was das Leben ohne die Ehre iſt— ihm über ein Schnupftuch mit einem einzigen geladenen Piſtol zu antworten haben. Es 1 auch noch
Die Todtenhand. 2. Band. 14⁴


