Teil eines Werkes 
2. Bd. (1855)
Entstehung
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Da habe ich die Wahrheit geſagt und es möge Jeder dieſen Entſchluß nach ſeiner Weiſe deuten. Das Feld ſteht allen Vermuthungen offen und ich geſtatte einem Jeden volle und unbeſchränkte Freiheit, antwortete Gradenigo mit lautem Gelächter.

Und kann man wiſſen, in welchem Lande ſich ihr nächſtes Abenteuer realiſiren wird?

Nun ich glaube in dem Ihrigen, Herr Morel. Die Schönheiten von San Marco werden die Güte haben, ei⸗ nige Zeit zu warten. Was Ihre Landsmänninnen betrifft,

die unſtreitig ſehr hübſch ſind, fuhr er mit ſpöttiſchem

Grlächter zu Maximilian Morel fort,ſo haben dieſelben die ehennice Güte, mir einige angenehme Augen⸗ blicke zu bieten.

Maximilian biß ſich auf die Lippen und fuhr mit der Hand über den Schnurrbart.

So viel ich durch meine Studien kennen gelernt habe, fuhr Gradenigo fort,ſcheint es, als ob die franzöſiſchen Damen, welche das Vergnügen, oder wenn Sie lieber wol⸗ len, das Glück haben, verheirathet zu ſein, die Abwechſt⸗ lung zu ihrem Wahlſpruch machen. Der Beweis davon iſt, daß es, wie man mir verſichert hat, in Paris mehr Modi⸗ ſtinnen giebt, als in irgend einer anderen Stadt Europa's!

Ich ſtimme Ihnen darin ganz bei und erkläre mich bereit, Ihnen hierin beſtens an die Hand zu gehen, ſagte Maximilian.Ich wundere mich, Signor Gradenigo, daß Sie, der Sie bis auf dieſen Tag den unver⸗ zeihlichen Fehler begangen haben, noch nicht über die Grenze Ihres Vaterlandes hinausgekommen zu ſein, ſich in Bezug

auf die Sitten und Gebräuche der enrßißſin Damen

ein ſo vollendeter Kenner zu ſein einbilden. Darüber ließe ſich viel ſagen, Herr Morel, aber ich

habe immer geglaubt, daß man auch, ohne ſein Vaterland

zu verlaſſen, ſehr genaue und ſehr ſpecielle Kenntniſſe in dieſer Beziehung ſich erwerben könnte. Denken Sie ſich zum