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nen, zwei Abende hintereinander ſich mit Dir zu beſpre⸗ chen, der wahrſcheinlichſte aber iſt, daß es ſich um eine heimliche Liebſchaft handelt, um derentwillen man Deiner Gondel und Deines Verſtandes bedarf. Nun aber muß eine Frau, welche in Abweſenheit ihres Gatten ſich zum Zeitvertreib mit dergleichen Dingen beſchäftigt, ſich ſehr glücklich ſchätzen, wenn ich mich herablaſſe, ihr eine Erin⸗ nerung zu widmen.“
„Ich verſtehe vollkommen, was Sie mit dieſer Erin⸗ nerung ſagen wollen,“ murmelte Giacomo mit einer gelehr⸗ ten Kennermiene.
„Nun aber,“ fuhr Signor Giovanni Gradenigo fort, „wer Arges denkt, dem geſchieht Arges, und wenn dieſes Sprüchwort in Bezug auf dieſe Dame in Erfüllung geht,
ſo iſt es für ſie um ſo ſchlimmer und ſie hat ſich die
Schuld ſelbſt zuzuſchreiben.— Ich habe ſchon lange an dieſe Frau gedacht,“ ſetzte er mit träger Geberde hinzu. „Ich habe zuweilen von ihr geſprochen— aber ich bedarf eines neuen Stoffes für die Converſation. Alſo erzähle mir Alles, was ſie geſagt hat, und Alles, was ſie von Sit will Giacomo erzählte, nachdem er einige Augenblicke nach⸗ gedacht, Gradenigo, welchen Dienſt Valentine von ihm ver⸗ langt und begleitete ſeine Erzählung mit verſchiedenen Be⸗ merkungen, die geeignet waren, den Eigenſinn des Signor Giovanni zu erwecken und in ihm eine ſeiner Eptravaganz würdige Verblendung anzuregen.
Giovanni Gradenigo nahm keinen Anſtand, die Ruhe ſeinem Vergnügen zu opfern. Von verabſcheuungswürdiger Erziehung, die durch das verderbliche Beiſpiel eines alten, ausſchweifenden Vaters noch verabſcheuungswürdiger ge⸗ macht ward, erkannte dieſer unglückliche junge Mann in
dem geſelligen Leben kein Princip an, welches ſich der Ver⸗
übung einer That entgegenſtellen konnte, deren Dienſt er ſeinem hölliſchen Scharfſinn und ſeinem Reichthum widmete.


