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Spitze ihrer ſchönen Finger den Einband des Buches, in welchem Moximilian zu leſen ſchien und machte es zu.
WMaximilian lehnte ſich in ſeinem Seſſel zurück und kreuzte die Arme, indem er den Kopf auf die Bruſt herab⸗ ſinken ließ.
„Was fehlt Dir, mein Freund?“ fragte ihn Valentine, indem ſie ſich auf ſeine Schulter ſtützte und ihm liebreich ihre Wange darbot.
„O verzeihe, Valentine, verzeihe!“ rief Maximilian, ohn er plötzlich aufſprang und mit aufgeregter im Zimmer auf und ab ging.
„Was ſagſt Du?“ fragte Valentine, indem ſie eben⸗ falls aufſtand, aber den erſtaunten Blick auf ihren Gatten heftend, unbeweglich ſtehen blieb.
„Ich ſage, daß es kein vollkommenes Glück in dieſer Welt giebt. Begreifſt Du das, Valentine! Wenn wir glücklich zu ſein glauben, wenn unſere thörichte Phantaſie ſchon beinahe die Grenzen der höchſten Glückſeligkeit be⸗
rührt— da kommt auf einmal ein Dämon, welcher den
Schleier der Illuſionen zu zerreißen beginnt, welche unſere Serle gefangen hielten!“ rief Maximilian, indem er ſeiner Gattin gegenüber ſtehen blieb und die rechte Hand auf die Bruſt drückte, wie um das Klopfen ſeines Gerzens zu br⸗ ſchwichtigen, während er mit der rechten das Ba ſtrich, welches ſeine Stirn beſchattete.
„O, ich habe mehr als irgend Jemand an die Se des Glück's geglaubt, welches ich empfand,“ fuhr er fort, ohne ſeiner Gattin Zeit zu laſſen zu ſprechen,„und mehr als irgend Jemand, habe ich mich auch in dieſer Welt ge⸗ täuſcht! Und jetzt—“
„Und jetzt?“ fragte endlich Valentine, deren Herz unruhig zu werden begann.
„Jetzt— Valentine? Jetzt— was ſoll ich Dir ant⸗ worten?“ ſagte er, indem er ſeine Worte mit einem bitte⸗
ren Lächeln begleitete.


