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ſen, verließ ebenfalls ſein Verſteck, und folgte Vampa auf dem Fuße indem er murmelte:
„Wohlan, ich mache raſche Fortſchritte in meinen archäologiſchen Studien. Ich habe zum Beiſpiel gelernt, daß das Coliſeum ein Stelldichein für Liebende iſt und zwar in ſolchem Grade, daß die betheiligten Perſonen ſelbſt nicht nöthig haben es im Voraus zu bezeichnen. Wir werden dieſe Entdeckung notiren, und ſie wird das Thema eines Kapitel's werden, welches die Ueberſchrift führt:
„Römiſche Sitten. Specieller Character des Coliſeums.““
„Meine Freundin! meine Louiſe—“ ſagte Eugenie, indem ſie Fräulein von Armillh am Arme ergriff.
„Ach, der Schreck raubte mir die Beſinnung,“ mur⸗ melte dieſe nach einigen Augenblicken.
„Ich verſichere Dir, daß Du das Opfer eines wahr⸗ haft übertriebenen paniſchen Schreckens geweſen biſt.“
„Und der Mann?“ fragte Louiſe noch an allen Glie⸗ dern zitternd.
„Welcher?“ entgegnete Eugenie.„Du ſiehſt wohl, daß es keine Männer hier giebt. Es giebt hier nichts als Racht, Dunkel und Einſamkeit. Gehen wir!“
Die beiden Freundinnen lenkten ihre Schritte nach der Treppe, auf deren oberſter Stufe noch der treue Cicerone ſaß, welcher aufſtand, um ſie mit einem graziöſen Lẽcheln zu empfangen, welches ihm von Eugenien's Hand das Doppelte des Lohn's eintrug, über welches man für die Er⸗ klärung des Monumentes des Flavius Vespaſian überein⸗ gekommen war.
Benedetto beſchleunigte ſeinen Schritt und es dauerte nicht lange, ſo hatte er Luigi Vampa eingeholt.
„Ach, ich verzweifelte ſchon daran, Sie zu treffen,“ ſagte Benedetto mit erheuchelt verdrießlicher Miene.„Ich glaubte, Sie hätten erſt ein verliebtes Stelldichein abzu⸗ machen gehabt, Meſtre.“


