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keit von Qualen eintauſchen würde. Sie haben den Schat⸗ ten und das Schweigen der Nacht geſucht— Sie ſind mir begegnet, darf ich jetzt hoffen dieſes Wort zu hören oder muß ich mich auf eine Zukunft der Qual für meine Seele gefaßt machen? Sprechen Sie.“
Louiſen's Schreck hatte ihr eine leichte Ohnmacht zu⸗ gezogen, wie das bei nervöſen Perſonen zu geſchehen pflegt und das arme Mädchen, an einen Granitblock gelehnt und das Geſicht mit den Händen bedeckend, ſah und hörte nicht den Banditen.
Eugenie dagegen ſah und hörte ihn, nicht mit Furcht, ſondern mit einem unerklärlichen Gemiſch von Furcht und Freude, denn ſie erkannte in dem Manne des Coliſeum's den geheimnißvollen Zuſchauer im Theater Argentino.
„Mein Herr,“ murmelte ſie,„ich benutze dieſen Um⸗ ſtand, um Ihnen für das ſchöne Geſchenk zu danken, wo⸗ mit Sie uns bei unſerem letzten Auftreten beehrt haben. Wer Sie auch ſein mögen, glauben Sie an meine innige Dankbarkeit.“
„Und weiter nichts?“ fragte Vampa leiſe und mit düſterer Miene.
„Dies iſt Alles, was ich Ihnen ſagen darf.“
Eugenie trat einen Schritt zurück, um Louiſen wieder zum Bewußtſein zurückzurufen, der Bandit aber that einen Schritt vorwärts, ließ ſich raſch aüf ein Knie nieder und ergriff ihre Hand.
„Mademoiſelle! Mademviſelle!“ rief er;„o, Sie ver⸗ gelten das Gefühl, welches Sie mir einflößen, ſehr übel.“
„Vergeſſen Sie es!“ murmelte Eugenie, indem ſie ihre Hand von den glühenden Lippen Vampa's loszumacher ſuchte, aber ihre Kraft reichte nicht hin. 3
„Wäre es möglich!“ fuhr Vampa fort;„kennen Sie die ganze Tragweite des verhängnißvollen Wortes, welches Sie ſo eben ausſprachen?— Sie vergeſſen? o, nein, nein — das kann ich nicht.“


