ſeinem Herzen eine ewige Leere, eine fortwährend blutende Wunde zurückgelaſſen hatten— eine furchtbare Rache zu üben, welche die Geſellſchaft ihm verweigerte— dieſer Mann hatte in der Abſicht, ſich die Treue einer Schaar furcht⸗ barer und entſchloſſener Menſchen zu ſichern, die ſeinen Plänen nützlich ſein konnten, in dieſem ſelben Coliſeum dem Anführer dieſer Banditen, Luigi Vampa, ein Rendezvous gegeben, um ſich mit ihm über die Mittel zu berathen, einen ſeiner Mitſchuldigen— Peppino— der über ihn verhäng⸗ ten Todesſtrafe zu entreißen.
Und jetzt geht nicht lange nach dieſer Zeit ein Dieb, ein Fälſcher, ein entſprungener Galeerenſträfling, ein Mör⸗ der, der ſich eben ſo zum Rächer ſeines Vaters aufgeworfen, mit Hilfe dieſes ſelben Peppino, welcher Monte-Chriſto und Vampa ſeine Rettung verdankt, aber durch Benedetto zum Undank und Meineid verleitet worden, um an dieſem ſelben Orte ein Werk des Verraths an Luigi Vampa zu ſpinnen, nicht um die durch die Miſſethaten des kühnen Banditenführers beleidigte Geſellſchaft zu rächen, ſondern weil ſein Untergang in ſeine Rechnung paßt, weil er in das Gewebe ſeiner verbrecheriſchen Pläne, ſeiner blutigen Miſ⸗ ſion gehört.
Das Herz empört ſich bei dem Anblicke dieſer ununter⸗ brochenen Reihe von Greueln; mit welchen der Sohn Ville⸗ fort's ſeinen Weg beſtreuet.“
In der That, es iſt nur der Geiſt des Böſen, der ihn beſeelt; es iſt der Satan in ſeiner ganzen Häßlichkeit; er iſt das durch das Verbrechen beſtrafte Verbrechen.
In Edmund Dantes fand wenigſtens die Tugend eincn energiſchen Vertheidiger. Er ſtreuete mit vollen Händen
Wohlthaten aus, und wenn er Thränen des Schmerze und
der Verzweiflung fließen machte, ſo entlockte er auch Thrä⸗ nen der Dankbarkeit. Er ſündigte aus Stolz, aber wenn
er ſtrafte, glaubte er gerecht zu ſein. Sein unermeßliches,
nicht gut zu machendes Unrecht war, daß er ſich zum Rich⸗


