chen, hat ſich eine unbedingte Macht, ein erhabener und allmächtiger Wille gefunden, der aus dem Grabe die Hand des Todten gegen den ſtolzen und eitlen Lebenden er⸗ hoben hat.“
Mit dieſen Worten ging Benedetto raſch aus dem Saale und verließ den Baron unter dem Eindrucke der ſchnellen Veränderung, welche in dem Gemüthe dieſes Menſchen vor⸗ gegangen zu ſein ſchien.
Als Benedetto den Baron verlaſſen hatte, ſtieg er zu Pferde und begab ſich in aller Eile nach der Stadt. An⸗ ſtatt jedoch den Schlag zu paſſiren, ſetzte er ſeinen Weg außerhalb der Ringmauer fort und kam auf die berühmte Appiſche Straße, um dem Circus des Cargcalla gegenüber Halt zu machen.
Es war Nacht. Der Mond war eben aus den Wol⸗ ken hervorgetreten und übergoß mit ſeinem bleichen unſiche⸗ ren Lichte dieſe ungeheure eirkelrunde Höhle, welche zu den Füßen Benedetto's lag und in welcher ein furchtſames Ge— müth ohne Zweifel eine ungeheure Proceſſion weißer Ge⸗ ſpenſter zu ſehen geglaubt hätte, die mit dem klagenden Aech— zen des Windes die Gräuel erzählten, welche der Name dieſes fluchwürdigen Thrannen in die Erinnerung zurückruft.
Benedetto jedoch achtete nicht auf dieſe Viſionen und hatte keine andere Sorge, als in dieſer großen Ruine den Schattenriß des Mannes zu erkennen, dem er hier begegnen ſollte.
Allmälig erſchien auch in der That dieſer tann in ei⸗ nen dunkeln Mantel gehüllt und von zwei anderen Perſo⸗ nen gefolgt, denen er ein geheimnißvolles Zeichen gab. Dieſe beiden Männer entfernten ſich raſch und der dritte ging in der Richtung der Appiſchen Straße weiter.
Benedetto ging ihm einige Schritte entgegen und ſagte:
„Peppino.“
„Ercellenz!“ antwortete der Mann, indem er ſtehen blieb und ſich umſchaute, bis er Benedetto bemerkte.


