ſofort überzeugen wird, und Du wirſt ſehen, wie er auf einmal von der Anmaßung zur Demuth, vom Richterſitz zur Verbrecherbank übergeht. Der öffentliche Scandal, den Deine Offenbarung hervorruft, wird einen Stein auf die Akten Deiner Anklage legen, und Dein Beſchützer wird dieſe Gelegenheit benutzen können, um Dich zu befreien.“ „So that ich,“ fuhr Benedetto fort,„wie Sie ſelbſt bezeugen können, bei Annäherung des 27. September, des Jahrestags meiner Geburt im Jahre 1817, und einen Monat ſpäter hielt mein Beſchützer ſein Wort. Ich war frei, mein Herr, aber unter einer Bedingung, nämlich der, meinen Vater fortwährend zu begleiten, welcher den Ver⸗ ſtand verloren hatte, indem er ohne Ruhe und Raſt ſeinen Sohn ſuchte, und mit einem Grabſcheit überall nachgrub, wo es Erde gab! Ach, ich geſtehe es, ich ward bei dem Anblick eines ſolchen Elend's von Schmerz und Mitleiden ergriffen. Königlicher Procurator geweſen zu ſein, im Rufe eines rechtſchaffenen, ehrenwerthen Mannes geſtanden haben, und von der Höhe dieſes rieſigen ſtolzen Baues auf die Bank der Angeklagten herabgeſunken zu ſein! Ach! Zum Glück machte ſein Wahnſinn eine gerichtliche Protedur un⸗ möglich, und einige Tage ſpäter ward er eben ſo wie ich vollſtändig in Freiheit geſetzt. Sein Vermögen ward unter Sequeſtration geſtellt, und kaum ließ man ihm ein dürfti⸗ ges Einkommen zur Beſtreitung der nothwendigſten Be⸗ dürfniſſe ſeiner traurigen Exiſtenz. Mittlerweile kehrte der Verſtand meines Vaters allmälig wieder zurück. Nach Verlauf von ſechs Monaten, die er mit mir gemeinſam verlebt, war er geheilt. Er kannte und liebte mich, aber ſeine Stunde hatte geſchlagen. Gott ſchien ihn nur deshalb am Leben erhalten zu haben, um ihm Zeit zu laſſen, mich um Verzeihung zu bitten. Ich verzieh ihm, und empfing
ſeinen Segen.“
„Mein Sohn,“ ſagte er an ſeinem letzten Tage zu mir, iich fühle, daß ich ſterbe, und bedaur.


