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„Benedetto, Du biſt ſchwer compromittirt und es giebt Jemanden, der Dich zu retten wünſcht, weil er ein Gelübde gethan hat, alle Jahre einen Menſchen zu retten. Dieſer Gönner hat ſich guf ein Mittel beſonnen, um Dich wenigſtens vor dem Schaffott zu bewahren. Dieſes Mittel iſt folgendes. Der königliche Procurator, welcher gegen⸗ wärtig Deine Verurtheilung betreibt, hat in ſehr genauem Verhältniß zu einer Dame geſtanden, und dieſe Dame hat ein Kind, den Sohn Villeforts, zur Welt gebracht. Ein ſolcher Standal durfte nicht zur Kenntniß des Publikums gelangen. Kaum war daher das Kind geboren, ſo nahm es Herr von Villefort in ſeine Hände, ſchlang ihm die Nabelſchnur um den Hals, damit es nicht weinen und ſchreien ſollte, ſteckte es ſodann in ein Käſtchen, wickelte es in ein geſticktes Taſchentuch der armen Mutter, welches ihm als Leichentuch dienen ſollte, ging eine geheime Treppe hin⸗ unter, vermittelſt deren er ſchon ſeit langer Zeit in das Zimmer der Dame gelangte, und wollte das arme unſchul⸗ dige Kind am Fuße eines alten Baumes im Garten begra⸗ ben. In dieſem Augenblick verſetzte eine unbekannte Hand der Bruſt des Kindesmörders zwei Meſſerſtiche und ſtahl das Käſtchen, in der Meinung, daß es einen Schatz ent⸗ halte.“ 3 „Der Mörder entfloh, öffnete ſofort das Käſtchen und fand das Kind, welches noch Lebenszeichen von ſich gab. Er befreite den Hals von der darum gewickelten
Schnur, blies ihm Luft in den Mund, wickelte es in das
geſtickte Tuch, von welchem er ein Stück abſchnitt, und ſetzte den Neugeborenen vor dem Fenſter des Findelhauſes nieder, indem er rief:„Mein Gott ich trage meine Schuld ab: Ich habe ein Leben geraubt, aber dafür auch ein zwei⸗ tes gerettet.“
„„Dies iſt die Geſchichte Deiner Geburt,“ fuhr Ber⸗ tuccio fort,„und wenn Du vor Deinem Richter erſcheinſt, ſo ſchlendre ihm ſein Verbrechen ins Antlitz, wo


