Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Faus, ſage ich, hatte ſeinen kleinen Ehrenhof, von ge⸗ ſchwärzten und heuchleriſch impoſanten Mauern umſchloſſen. Auf dieſen Hof gingen die Fenſter von Beauchamp's Arbeitscabinet mit ihren dunkelfarbigen Vorhängen, deren dichte Falten frei und ungezwungen von oben herabfielen. Eine kupferne Lampe mit ihrem Schirm von grüner Seide verbreitete ringsumher jenen Schein, halb Schatten und halb Licht, der für Jeden, welcher während der Nacht 3 ſchreiben und nachdenken will, ſo angenehm iſt und eben nur das Papier, auf welchem wir unſere Ideen useinan⸗ 3 derſetzen, erhellt, ohne die Sehkraft allzuſehr anzugreifen. Beguchamp hatte ſchon einige Zeit gedankenvoll vor ſeinem Bureau geſeſſen, als er plötzlich aufſtand und mit⸗ . ten unter den ungeheuern Actenſtößen, die ſich zu beiden Seiten ſeines Seſſels aufthürmten, emportauchte, wie das phantaſtiſche Geſpenſt eines romantiſchen, ſchwermüthigen Dichters mitten unter den Gräbern eines kleinen Kirchhofs 4 bei dem bleichen Scheine des Mondes aufſteigt.

Er ging ſtracks auf das Fenſter zu, hob einen Zipfel des Vorhanges auf, und warf einen unruhigen Blick auf

den Hof, der zu dieſer Stunde nur von dem röthlichen

Scheine einer einzigen an der Decke der Eingangshalle hän⸗

genden Lampe erleuchtet ward.

Als er plötzlich bemerkte, daß Jemand auf ſein Cabinet zuſchritt, ließ er den Vorhang fallen, und ſetzte ſich wiedet an ſein Bureau, wo er die Ellbogen aufſtützte, und den Kopf in die eine ſeiner Hände lehnte. Einige Augenblicke darauf öffnete ſich die Thür des

Cabinets, und zwei Männer traten ein.

. Der eine verrieth durch ſeine argwöhniſche Miene, ſein

traditionelles Coſtüm, ſeinen entſchiedenen Manieren und

ſeinen herkuliſchen Körperbau einen Pol izeiagenten.

Der andere war der lebende Gegenſatz dieſes Menſchen. Noch jung, mager, bleich und mit zerriſſenen Kleidern ver⸗ rieth Alles an ihm den Angeklagten.

Die Todtenhand. 1. Band. 2