„Kann ich die Ehre haben, zwei Worte mit Ihnen
zu ſprechen. Herr von Beauchamp?“ „Wie! Herr Miniſter!— Ich ſtehe zu Befehl.“ „Sie müſſen wiſſen, mein Herr, welches Intereſſe ich
an Allem nehme, was ſich auf die Sicherheit und Ruhe
unſer Aller bezieht,“ ſagte Lucian Debrah indem er mit ſeinem Begleiter die Richtung nach einem kleinen leeren Sa⸗ lon einſchlug.„Da dies der Fall iſt, ſo glaube ich, daß
es Ihnen an meiner Stelle ebenfalls auffallen würde, das 3 Geſicht eines königlichen Procurators traurig und verſtört zu ſehen.“ „Ach, mein Herr, haben Sie Nachſicht mit meinem Noviziate. Ich habe noch nicht verſtanden, mir jene Mar⸗ morſtirn anzueignen, welche einer obrigkeitlichen Perſon ge⸗ ziemt.“ „Sie deuten meine Gedanken ganz falſch, Herr von
Beauchamp. Es war durchaus nicht meine Abſicht, Ih⸗ nen einen Vorwurf zu machen, denn ich weiß recht wohl,
daß man, wenn man auch eine obrigkeitliche Perſon iſt,
deswegen nicht weniger auch ein Menſch iſt, welcher Em⸗
pfindungen und Gefühle hat, wie jeder andere. Das Wahre
an der Sache iſt, daß, nachdem ich durch meine kleine Po⸗
lizei von gewiſſen Umſtänden unterrichtet bin, auf welche ich ſehr wenig Gewicht legte, ich Sie jetzt ſo befangen und 3 traurig ſehe, daß ich mich dadurch veranlaßt finde, dem,
1 was man mir geſtern geſagt hat, Glauben beizumeſſen.
Und in dieſer Vorausſetzung iſt die Ehre einer Dame, welche ich achte und ſchätze—— Aus dieſem Grunde nehme 3 ich mir die Freiheit, Sie zu fragen, Herr von Beauchamp—“ 1„Ah, Sie wiſſen alſo, Herr Debrah! Wohlan, ich 4 verſichere Ihnen, daß, wenn die Sache in der That wahr „Ich hoffe, Sie werden als Beamter handeln!“ un⸗ terbrach ihn Debrah in einem Tone, welcher ſagen wollte „Ich hoffe, Sie werden als Freund handeln!— Jetzt


