glück des Gegenſchlags; ſtreng genommen fühlte er nicht das abſolute Bedürfniß, alle Tage Conſcience und ſeinen Hund zu ſehen, welche er zuweilen beide als Faulenzer behandelte.
Hätte ſich Conſcience unter gewöhnlichen Verhältniſſen auf drei Monate, auf ſechs Monate, auf ein Jahr ent⸗ fernt und in dem Häuschen eine Gewißheit ſeiner Rück⸗ kehr zurückgelaſſen, ſo würde ihm Vater Cadet ohne eine zu große Gemüthsbewegung Lebewohl geſagt haben; aber dem war nicht ſo. Conſcience ging, wohin? man wußte es nicht; er ließ, indem er ging, verzweifelte Herzen, Augen in Thränen, klagende Stimmen zurück; Alles dies ſtörte in ſeinen alten Gewohnheiten den Vater Cadet, der bei der Rückkehr von ſeinem Gute lachende Geſichter und das Abendbrod bereit zu finden wünſchte. Es war alſo eine Veränderung in ſeinem Leben, und es gibt ein Alter, wo jede Veränderung im Leben tödtlich iſt; mit ſeinen ſieben⸗ unetſ Jahren war der Vater Cadet zu dieſem Alter elangt.
4 Und dann, was auch die Socialiſten ſagen mögen, der Gedanke der Erbſchaft iſt ein großerStachel für den Menſchen: anhäufen, um einem Kinde zuhinterlaſſen, welches ebenfalls anhäufen und dem ſeinigen das Doppelte von dem hinterlaſ⸗ ſen wird, was man ihm hinterlaſſen hat, ſich zum ewigen Schlafe niederlegen, in der Hoffnung, ein Feld von drei, vier, fünf bis ſechs Morgen werde ſich vergrößern wie der Schneeball, werde ein Gut in den Händen des Sohnes, eine Domäne in den Händen des Enkels, eine Herrſchaft in den Händen der Nachkommen werden, das iſt ein Traum des Stolzes, der ſanft den Uebergang von dieſer Welt in die andere wiegt, und Vater Cadet ſah ſeine neun Morgen, auf welche er nur ſechszehnhundert Franken ſchuldig war, die er vollkommen in zwei Jahren bezahlen konnte, in den Händen von Conſcience anwachſen und, wie ein immer größer werdender goldener Teppich, in den Händen ſeiner Nachkommen die ganze Ebene von Largnh bedecken, was


