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und er hieß Conſcience ſich entkleiden.
Conſcience hatte keinen Begriff von der Scham, wie ſie die Geſellſchaft verſteht, und er ſchämte ſich nicht, ſeinen Körper mehr oder minder nackt zu zeigen. Zeigten ſich ihm nicht die Thiere, die Blumen, die Bäume nackt? er ſchämte ſich nur, zu täuſchen, zu lügen, eine tadelnswerthe Handlung zu begehen.
Auf die Aufforderung des Doctors legte er alle ſeine Kleider ab.
Der arme Conſeience! es ließ ſich von dieſer Seite eben ſo wenig etwas hoffen: der Koͤrper war ſo rein, als die Seele: man hätte ihn für eine lebendige Probe von Ganimed oder Apollo halten ſollen.
Der Doctor ſchüttelte den Kopf.
„Von dieſer Seite iſt auch nichts zu hoffen,“ ſagte er;„kleide Dich wieder an, mein Kind: ah! vielleicht das Geſicht.“
Dann winkte er Conſcience zu ſich und ſprach:
„Laß Deine Augen ſehen.“
Conſcience näherte ſich ihm.
„Ah!“ rief der Doctor,„das iſt ſeltſam, Du biſt tagblind.“
„Ich verſtehe Sie nicht, Herr Doctor.“
„Du ſiehſt bei Nacht wie bei Tage.“
„Das iſt wahr, ich ſehe bei Nacht ſogar beſſer; die Gegenſtände haben alle dieſelbe Farbe, nur ſind ſie von einem ſchönen mehr oder minder dunklen Azurblau, je nachdem dle Dunkelheit größer oder geringer iſt.“
„Und Du ſiehſt von fern?“
„Oh! von ſehr fern.“
„Gleichviel, verſuchen wir esz man hat ſolche Phä⸗ nomene geſehen.“
Der Doctor nahm eine Brille mit grünen Seiten⸗ gläſern und ſetzte ſie Conſcience auf.
„Nun?“ fragte er.


