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den Herrn Pfarrer zum Bette von Sterbenden begleitete, ſo ſah ich Eines, was der Herr Pfarrer ſelbſt nicht ſah.“
„Was ſahſt Du, Conſcience? mein Gott! Du machſt mir bange; ſahſt Du den Tod?“
Conſcience ſchüttelte lächelnd den Kopf und ſprach, während ſein Auge ſtarr blieb, als wäre er mit dem dop⸗ pelten Geſichte begabt:
„Nein, im Gegentheil, Mariette, ich ſah das ewige Leben. Höre, Mariette,(das Mädchen rückte ſchauernd näher zu ihm,) es gibt immer einen Moment, wo die Augen deſſen, welcher ſterben ſoll, offen, ſtarr, unbeweglich ſind, wo ſein Athem ſtockt; er macht mit ſeinem ganzen Koͤrper eine Art von Bewegung, um vorwärts zu eilen; ſeine Lippen beben und rühren ſich, als wollte er ſagen: „„Ja, Herr, hier bin ich!““ Dieſer Augenblick, Mariette, iſt der Uebergang von dieſer Welt in die andere; es iſt die Linie, welche die Endlichkeit vom Unendlichen, die Zeit von der Ewigkeit, die Nacht vom Tage trennt; es iſt... ſieh, Mariette, es iſt das, was in dieſem Augenblick am Himmel vorgeht, es iſt das Licht, das mit der Finſterniß kämpft, es iſt die Sonne, die ſich durch einen erſten Strahl offenbart. Oh! dieſer Blick des Sterbenden, Mariette, dieſe Augen, welche im leeren Raume ſchwimmen, wie die unſrigen ſoeben in der Nacht ſchwammen, die ſich auf die Sonne der unbekannten Welt heften, wie ſich die unſri⸗ gen in dieſem Moment auf die Sonne der irdiſchen Welt heften, Mariette, dieſer Blick ſagte:„„Mein Gott, die Hoffnung meines ganzen Lebens iſt alſo nicht getäuſcht worden, mein Gott, Du biſt alſo hinter dem Schleier des Lebens, wie hinter dem Schleier der Nacht der Tag iſt. Herr, ich bin bereit, in Deinen Schooß einzugehen, aus dem ich hervorgegangen, und die unſterbliche Seele, wie Du ſie mir verliehen, zurückzugeben!““
„Oh! Conſcience, Conſclence, warum ſagteſt Du das nicht den armen Sterbenden? wie hätteſt Du ſie ge⸗ troſtet!“


