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Dich venke, daß ich, wenn ich mich ſchlage, an Dich denke, daß ich ſterbend an Dich denke!“
„Sterbend! Du fiehſt wohl,“ rief Mariette ſchluch⸗ zend,„ſterbend? Du denkſt alſo an das Sterben?“
Und das arme Kind hob ſeine zwei gefalteten Hände zum Himmel empor und ließ dann ſeine beiden Arme um den Hals von Conſeience fallen.
„Sterben! ſterben! ſterben!“ rief Mariette.
„Ach! ich weiß es wohl,“ ſagte Conſcience,„ſterben helßt ſich auf einige Zeit verloſſen. Doch, Mariette, es heißt nicht ſich vergeſſen, nur das Vergeſſen iſt eine wahre Trennung; ſieh meine Mutter an, es ſind neunzehn Jahre, daß mein Vater geſtorben iſt, nun! kein Tag iſt vergan⸗ gen, ohne vaß ſie von ihm ſprach, keine Stunde, ohne daß ſie an ihn dachte; ſeinerſeits ſieht ſie mein Vater, er lächelt dieſer frommen Treue zu, er ſtreckt unſichtbare Atme gegen ſie aus, welche ſie nur im Augenblicke des Todes ſehen und fühlen wird: dorum ſterben diejenigen, welche ſterben, lächelnd, während diejenigen, welche um ſie herſtehen, weinen. Die Sterbenden ſehen ſchon das, was die Lebenden noch nicht ſehen.“
„Mein Gott! Conſcience, wer hat Dich denn zugleich ſo ſchöne und ſo traurige Dlnge ſagen gelehrt?“
„Mariette, Du weißt wohl, daß ich Chorknabe war.“
„Nun?“
„Ich begleitete den Herrn Pfarver, wenn er Einem die letzte Oelung brachte.“
„Ja, wie die andern Chorknaben, doch warum ſagen die andern Chorknaben nicht die ſchönen Dinge, wie Du ſie ſagſt, und die, ſo ſchön ſie ſind, weinen machen?“
„Weil ich, Mariette, Dinge ſehe, welche Andere nicht ſchen, Du weißt es wohl,“ ſprach Conſeience naiv. „Du weißt wohl, daß ich ein Einfältiger bin, Ma⸗ riette.“
„Jo, ſie behaupten es,“ verſetzte Mariette. „Nun wohl! ich ſage Dir alſo, Mariette, wenn ich
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