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„Du weißt alſo nichts, Mariette?“ ſagte die arme Mutter;„man wird ihn uns nehmen, man wird ihn tödten wie Guillaume. Oh! Jeſus mein Heiland! iſt es nicht eine Ruchloſigkeit, ſo den Sohn zu nehmen, wenn man ſchon den Vater genommen hat? Oh! mein armer Guillaume! ohl mein lieber Conſcience!“
Mariette fing an zu begreifen; ſie erbleichte und
murmelte nur mit ihren zitternden Lippen den Namen
Gottes, dieſen Namen, der auf unſere Lippen bei jedem Schmerze ſpringt, weil er die Quelle jedes Troſtes iſt.
„Ah!“ ſagte Conſcience, der Alles errathen hatte, „und wann, meine Mutter?“
„Am nächſten Sonntag.“
„Am nächſten Sonntag. Ich hätte geglaubt, man würde den armen Witwen ihre letzte Stütze, ihren letzten Troſt laſſen!..
Die Blutſteuer.
Die Stunden verliefen und machten in den zwei Häuschen den Schmerz minder geräuſchvoll, aber nicht minder tief. Frau Marie weinte zugleich über Mariette und über Conſcience. Vater Cadet, der die Kunde, von
ſeinem Weinberge zurückkehrend, vernommen hatte, ſchien
in ein paar Stunden ein Achtziger geworden zu ſein. Von Zeit zu Zeit ſtieg indeſſen ein Hoffnungsſchim⸗ mer in dieſen ſtummen Schmerz herab, wie ein warmer


