Teil eines Werkes 
1.-2. Bdchn (1852)
Entstehung
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Es hatten alſo Wenige, die Gebrechlichen ausgenom⸗ men, Ausſicht, frei zu werden.

Der Maire hatte dieſe Verordnung anſchlagen laſſen, während die Gläubigen in der Kirche waren, damit die Mütter, welche gerade vom Gebet kämen, mehr Kraft hätten, um die Schreckenskunde zu ertragen.

Nach dem Schluchzen zu urtheilen, das von allen Seiten ausbrach, hätte man glauben können, der göttliche Troſt ſei diesmal machtlos.

Die zwei Kinder hatten mit einander die Kirche ver⸗ laſſen, ohne etwas von dem zu hören, was um ſie her vorging. Sie waren in das Häuschen von Frau Marie eingetreten, wo ſie ſich vorzugsweiſe aufhielten, denn Vater Cadet ſchüchterte ihre junge Liebe ein wenig ein.

Uebrigens hatte er ſchon geſagt:„Wir wollen ſehen.“

Doch er hatte noch nicht„Ja“ geſagt.

Sie ſaßen beiſammen, Hand in Hand, und hoͤrten nichts von dem Gerede, welches das Dorf durchlief, ſie hätten den Donner nicht über ihrem Haupte rollen hören, und ſie ſprachen doch ſo leiſe, daß Jemand, der am an⸗ dern Ende der Stube geweſen wäre, kaum hätte unter⸗ ſcheiden können, ob das Geräuſch ihrer Lippen das aus⸗ getauſchter Worte oder das Säuſeln des ſich vermiſchenden Athems der zwei Liebenden war.

Plötzlich erſchien in Thränen zerfließend und mit ausgeſtreckten Armen Madeleine und rief:

„Mein Kind! mein armes Kind!“

Conſcience ſchlug ſeine großen blauen Augen auf;z ſeine Mutter riß ihn von Mariette an ſich, drückte ihn an ihre Bruſt und bedeckte ihn mit Küſſen.

„Meine Mutter!“ fragte Conſcience,„welches Un⸗ glück iſt denn geſchehen, daß Du ſo weinſt?“

„Oh! das größte, das einer Mutter widerfahren kann, mein armes Kind!“ rief die Unglückliche.

Mariette zitterte; ſie errieth eine

Gott und Teufel. I.