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vaß die guten Weiber des Dorfes, ſtets geneigt zu jenem falſchen Mitleiden, welches zuweilen ſchmerzlicher iſt, als die Gleichgültigkeit, ſo oft ſie ihn erblickten, ausriefen:
„Jeſus Gott! der arme Kleine, das iſt ganz das Ebenbilv des Einfältigen auf dem Gemälde in der Kirche!“
Madeleine lächelte: in ihren Augen war Jean das ſchönſte von allen Kindern, und ſie erlaubte Mariette nicht, ſo ſchön wie er zu ſein.
Ihre Beſorgniß war indeſſen groß. Mit einem Jahre hatte der kleine Jean noch nicht ein Wort ausgeſprochen. Sie befürchtete, das Kind ſei ſtumm.
Doch eines Tags wurde ihr eine zugleich ſüße und gewaltige Ueberraſchung zu Theil. Da ſie unabläſſig ſagte:„Mein Goit! die Sprache meinem Kinde! Mein Gott! mache, daß mein Kind nicht ſtumm iſt,“ ſo er⸗ innerte ſich der kleine Knabe des Wortes, welches er ſo oft gchhi ſ wiederholte ſeiner Mutter zulächelnd;
„Gott!“
Madeleine fiel auf die Kniee und rief:
„Herr, ich danke Dir, nicht allein dafür, daß Du mich erhört haſt, ſondern auch dafür, daß Dein heiliger Name das Erſte iſt, was er ausgeſprochen.“
Von dieſem Augenblicke an begann der kleine Jean zu ſprechen, doch er ſprach nicht wie die andern Kinder. Die andern Kinder haben, ſo zu ſagen, zwei Sprachen: die kindiſche Sprache und die ernſte Sprache. Jean trat plötzlich in die ernſte Sprache ein. Nur ſprach er wenig, er ſagte ein Wort, zwei, höchſtens drei, und vervollſtän⸗ vigte ſeine Gedanken durch ein Lächeln, durch eine Ge⸗ berde, durch einen Blick.
Die kleine Mariette war ſeine einzige Gefährtin; nie ſah man ihn mit den andern Kindern ſpielen⸗
Uebrigens ſpielte Jean nicht, er träumte.
Jean liebte Marie und ſeine Mutter mit einer bei⸗ nahe gleichen Liebe; Jean liebte den Vater Cadet von
Goit und Leufel. 1. 3


