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in Trauer? woher kam es, daß die Milch der armen troſtloſen Mutter plötzlich verſiegt war?
Guillaume, ihr Mann, ein Soldat von 92, war, nachdem er vierzehn Tage bei ihr, als er von der Vendée nach Italien ging, zugebracht hatte, ruhmvoll bei Mon⸗ tenotte kämpfend, getoͤdtet worden.
Sie hatte drei Tage vorher die Kunde von dieſem Tode durch einen Brief erhalten, den Guillaume ſterbend an ſeine Frau durch einen Kameraden hatte ſchreiben laſſen, und der Schlag war ſo heftig geweſen, daß ihre Milch verſiegte.
Sie hatte dies am Tage vorher bemerkt: Anfangs konnte ſie nicht an dieſes neue Unglück glauben; ſie konnte nicht denken, der Buſen der Mutter ſei an Milch er⸗ ſchöpft, während die Adern der Frau noch nicht an Blut erſchöpft waren; doch das Geſchrei des armen kleinen Jean hatte ſie unwillkuͤrlich zur unverſöhnlichen Wirklich⸗ keit zurückgeführt.
Sie weinte alſo vor Schmerz, und der kleine Jean weinte vor Hunger, als Frau Marie, mit ihrer kleinen Mariette auf dem Arm, eintrat und auf ein Mal den Hunger und den Durſt des Kindes ſtillte.
Warum nannte man nun Madeleine ganz kurz Ma⸗ deleine, und warum nannte man Marie Frau Marie 2
Oh! nicht weil ſie ſtolz, weil ſie reich war, die gute Frau, welche ſo demüthig und beinahe ſo arm als die Letzte des Dorfes; nein: weil ſie die Frau des Schul⸗ meiſters war; da der Schulmeiſter in den Augen der Kinder eine große Perſon iſt, da man den Schulmeiſter Herr Pierre nannte, ſo nannte man ſie Frau Marie.
Beide, Mann und Frau, hatten ſich einen Augenblick reich geglaubt; dies war, als das wahre Frankreich, das wiedergeborene Frankreich, das volksthümliche Frankreich durch die Stimme des Convents erklärte, ver Unterricht ſei ein Prieſterthum, der Schulmeiſter, der den Geiſt un⸗ terrichte, ſei dem Prieſter gleich, der die Seele reinige;


