„Und dann, wenn wir nicht zu gleicher Zeit egen, könnt Ihr mir nicht Langſam zum Egen leihen?“
„Man wird ihn Euch leihen.“
„Dann iſt es mir ganz genehm. Ich mache die Geſchäfte rund ab.“ Und er reichte dem Nachbar Ma⸗ thieu die Hand und rief:„Topp!“
„Topp!“ rief Mathieu, während er einſchlug.
„Oh! das iſt abgeſchloſſen: wenn ich mein Wort ge⸗ geben habe, widerrufe ich nie.“
„Ich glaube es wohl,“ verſetzte der Nachbar Mathieu, indem er Vater Cadet mit einer ſpöttiſchen Miene an⸗ ſchaute.
„Oh! nie, nie.“
Madeleine dankte mit den Augen dem guten Nach⸗
bar, denn ſie ſah wohl, daß er ihr zu Liebe Alles dies that.
Von dieſem Augenblicke an war Madeleine vom Graben und Egen befreit, und ſie konnte ſich ganz der Sorge für die Haushaltung und ihrem Kind widmen.
Was Vater Cadet betrifft, ſo wurde er im folgenden Jahre wirklich Gutsbeſitzer, denn ſchon Eigenthümer eines Hauſes, wurde er Eigenthümer eines Feldes, eines Eſels und eines Ochſen, einer Ege und eines Pfluges.
Und das Feld trug Früchte; von zwei Morgen aus⸗ gehend, ſtieg es bis zu acht; und da Alles dies ein ein⸗ ziges Stück war, ſo begegnete es oft Vater Cadet, daß er ſagte:„Mein Gut!“ wie der Herr von Byurſonne oder der große Pächter von Largny.
Hätte er ein Stückchen Feld eine Viertelſtunde vom erſten entfernt gehabt, ſo würde Vater Cadet geſagt haben:„Meine Güter!“
Mehr als einmal dachte er daran, ſich dieſe Befrie⸗ digung zu verſchaffen, ſo oft ihm aber dieſer Gedanke kam, hörte man ihn, den Kampf offenbarend, der in ſei⸗ nem Innern ſtattfand, ſich ſelbſt antworten:
„Nein, nein, es iſt beſſer, ſich zu arrondiren.“


