Teil eines Werkes 
1.-2. Bdchn (1852)
Entstehung
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die Anſtrengung überſtieg die Kräfte von Maveleine. Ein Nachbar, der ungefähr dreißig Morgen Felder beſaß und mit einem Eſel und einem Ochſen egte, hatte Mitleid mit ihnen; er gab ihnen umſonſt anderthalb Tage von ſeiner Arbeit, und der Boden war geegt.

Ich danke, Gevatter Mathieu, ſagte Vater Cadet, als dies beendigt war.Ihr habt der armen Madeleine einen Dienſt geleiſtet.Oh! nicht Urſache, erwiederte der gefällige Nachbar;doch wenn Ihr mir glauben wollt, ſo werdet Ihr für das nächſte Jahr einen Eſel kaufen. Höret, fügte er auf den ſeinigen deutend bei,da iſt Pierrot, ein guter Eſel, der kaum vier Jahre geht. Da ich eine kleine Erbſchaft von Seiten meines Oheims in Wors gemacht habe, ſo gedenke ich einen Ochſen zu kaufen, um ein Paar zu haben; ich werde Pierrot an Euch ver⸗ kaufen, wenn Ihr wollt.

Vater Cadet ſchüttelte den Kopf und ſprach:

Das überſchreitet meine Mittel.

Doch er kehrte zu Madeleine zurück, welche ganz erbleichend auf einem Weichſteine ſaß und ihn traurig anſchaute.

Er ſtieß einen Seufzer aus.

Ho! ho! das überſchreitet Eure Mittel, ſagte la⸗ chend Mathieuzes iſt alſo nicht wahr, daß Ihr einen ver⸗ borgenen Schatz beſitzt?Ach! erwiederte Vater Cadet, würde ich, wenn ich einen verborgenen Schatz hätte, meine Schwiegertochter, die Witwe meines armen Guil⸗ laume, an eine Ege ſpannen?Allerdings, verſetzte Mathieu, der wohl einſah, daß weder der Blick von Ma⸗ deleine, noch der Ausdruck von Vater Cadet log, und daß er eine traurige, düſtere Wahrheit gehört hatte.Es iſt aber auch bei meiner Seele gewiß, daß ich Euch Pierrot wohlfeil geben würde.

Vater Cadet ſchaute Pierrot an; es war ein ſchöner, ſehr glänzender Eſel, mit langen, geraden Ohren und einem prächtigen ſchwarzen Streifen auf dem Rücken.