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in einen Korb, ein dürftiges Frühſtück, ein ärmliches Mittageſſen, beſtehend aus einem Laib Brod, einem Stück Käſe und einigen Früchten. Was das Getränke betrifft, welches die Speiſen befeuchten ſollte, ſo ſprang die Quelle fünfzig Schritte von der Arbeit aus der Seite des Ber⸗ ges, eine murmelnde, reine, kühle, in der Sonne ſchim⸗ mernde Quelle, die ſich hinwand, wie einer von jenen ſilbernen Herbftfäden, welche ſich über dem hohen Graſe hinziehen. Was braucht man Anderes? Wein trank man Sonntags beim Mahle eine halbe Flaſche zu drei: das war genügend, daß man ſich während der übrigen Woche des Geſchmacks erinnerte, den der Wein hat.
Es kam die Säezeit: das war die Zeit der Ruhe für die arme Madeleine, die Schwiegertochter von Vater Cadet; ſie konnte zu ihrem Kinde zurückkehren, welches ſie, während ſie auf dem Felde arbeiten mußte, bei ihrer Nachbarin gegenüber gelaſſen hatte. Dieſe Feldarbeit er⸗ müdete ſie ſehr, doch ſie wagte es nicht, ſich zu beklagen: ſie hatte nichts für ſich, die arme Frau, als ihre Froͤm⸗ migkeit und ihre Geduld, und da ihr Schwiegervater ſie und ihr Kind ernährte, ſo mußte fie wohl das Brod für Beide verdienen. Doch bei der Ausſaat war ſie unnöthig, Vater Cadet genügte hiefür allein, und, man muß es ſagen, was der wackere Mann allein thun konnte, that er auch allein.
Dann kam die Zeit, um die Erde zu egen: Vater Cadet konnte, wie die gewerbthätigen Bauern, ein wenig von Allem und folglich auch von der Stellmacherarbeit: er kaufte Holz, verfertigte eine Ege und kündigte ſchon am Abend des Tages, wo ſie vollendet war, ſeiner Schwiegertochter an, man werde am andern Tage egen: es war dringend nothwendig, die Frucht mit Erde zu be⸗ decken, damit ſie nicht in den Novemberregen verfaulte.
Das koſtete eine noch härtere Arbeit: man mußte ſich wie Zugvieh an die durch einen großen Stein beſchwerte Ege anſpannen; das war nichts für Vater Cadet, aber


