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er von Gott ſelbſt empfangen, beſtand in der beharrlichen Arbeit und in der Mäßigkeit.
Im Herzen des franzöſiſchen Bauern iſt ein Gedanke tief eingewurzelt, der, ſelnen Antheil, ſo klein er auch ſein mag, an der Erde Frankreichs zu beſitzen, Eigenthümer einer Parcelle vom Boden zu ſein, und wäre ſie gerade nur ſo groß, um die Wiege ſeines Kindes darauf zu ſtellen vder das Grab ſeines Vaters darin zu graben;— das heißt, nicht mehr ein Lohnarbeiter ſein, den die Laune heute annimmt, der Zorn morgen fortſchickt, weder Sklave, noch Leibeigener, noch Lehensmann ſein, frei ſein; ein großes, herrliches Wort, welches das Herz desjenigen, der es geſagt hat, ausdehnt, welches den Menſchen ver⸗ ſittlicht und beſſer macht.
Vater Cadet kaufte alſo im Jahre 1798 zwei Mor⸗ gen Feld für die Summe von zwölfhundert Franken, die er während der dreißig erſten Jahre ſeines Lebens er⸗ ſpart hatte. 7
Es war nicht vom beſten Felde der Markung; nein, das beſte Feld trug drei bis vier von hundett, bedeckte ſich regelmäßig jedes Jahr mit goldenem Weizen, mit grünem Klee oder rother Eſparcette, während der von Vater Cadet erkaufte Boden, der lange Zeit brach gewe⸗ ſen und auf dem Abhange des Berges lag, mit Steinen beveckt war und kaum Diſteln trug.
Da begann der Kampf der Arbeit des Menſchen gegen die Unfruchtbarkeit des Bodens: man ſah Vater Cadet auf dieſe Erde von vier Uhr Morgens bis ſechs Uhr Abends gebückt die Diſteln ausreißen und in die Ferne die Steine werfen, die er nicht auf die Felder ſei⸗ nes Nachbars zu werfen wagte.
Konnten übrigens, ſollten nicht eines Tages die Fel⸗ der ſeines Nachbars die ſeinigen ſein?
Sie erinnern ſich der reizenden deutſchen Ballade ge⸗ nannt Undine. Das iſt die Fabel von der Anziehungs⸗ kraft, welche das Waſſer auf den Fiſcher übt; zui den
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