Teil eines Werkes 
1.-2. Bdchn (1852)
Entstehung
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vaters, von der ſecundären Stellung herrührte, die er im Stammbaum der Familie einnahm, ſondern von der un⸗ tergeordneten Stellung, welche er in der intellectuellen Ordnung der Natur inne hatte.

Vater Cadet war ein ächter Bauer, fein und ſchlau auf der Oberfläche, wie es ſich für einen Nachbar der Picardie geziemt, bieder, offen, redlich im Grunde, wie ein Sohn vom alten Gebiete des Königthums ſein ſoll, das man Ile de France nennt. Man wird vielleicht einige Mühe haben, dieſe Feinheit und Schlauheit mit der Biederkeit, Offenheit und Redlichkeit in Einklang zu brin⸗ gen! man erinnere ſich, daß ein Schleier ein Geſicht bedecken und es vennoch bei der geringſten Anſtrengung des Blickes, um ſeine Durchſichtigkeit zu durchvringen, ſehen laſſen kann, und man wird durch dieſe Vergleichung ein genaues Bild von dem haben, was wir ſagen wollen⸗

Bauer, Sohn und Enkel von Bauern, hatte Va⸗ ter Cadet in der Perſon ſeiner Vorfahren alle Revo⸗ lutionen des Landes durchgemacht, auf dem er geboren oder vielmehr gewachſen war; je nachdem vas Land der Sklaverei, der Leibeigenſchaft oder der Lehenbarkeit un⸗ terworfen geweſen, waren ſie auch Sklaven, Leibeigene ober Vaſallen geweſen. Im Jahre 1792 war dieſes Land frei geworden, und er war mit ihm frei geworden.

Damals war er noch Tagelöhner im Dienſte des Pächters, der als Eigenthümer des Pachthofes Longpré den Mönchen, den Beſitzern der ehemaligen Abtei und des Pachthofes gleichen Namens, folgte.

Durch angeſtrengte Arbeit und an den zwei Haupt⸗ bedürfniſſen des Landmannes, dem Brode und dem Weine, ſparend, hatte er ein Sümmchen von zwoͤlfhundert Franken zurückgelegt; mit dieſem Sümmchen kaufte er im Jahre 1798 zwei Morgen Feld.

Als man plötzlich ſah, daß Vater Cadet Grundei⸗ genthümer geworden, ſagte man auch im Dorfe, er habe einen verborgenen Schat; dies war ſo. Der Schatz, den