Teil eines Werkes 
15.-17. Bdchn (1851)
Entstehung
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194 hatte, und ſiel wieder, bei der Schwelle der Kirche, auf⸗ gerichtet auf ſeine Füße. So weihte er die ernſte Ceremyuie ſeiner Heirath ein.

Es bleibt uns noch zu erzählen, wie er ſie vollendete,

und wie er am Abend in das Zimmer ſeiner Frau ein⸗ üt⸗

Der Tag war voll von Freude und Tumult. Nach

dem Mittagsmahle begannen die Tänze. Die Zigeuner

bildeten natürlich hiebei die Hauptzierbe. Der kleine Zigeuner nahm zwanzigfache Genugthuung für ſeinen unglücklichen Fall. Gamba geſtand zu, daß er zu dieſem Falle durch ſeinen unzeitigen Tadel beige⸗ tragen habe, und bekannte, daß man vie Künſtler nur durch das Lob beſſere.

Er gab ſelbſt eine außerordentliche Vorſtellung von allen ſeinen Stücken, mit denen er einſt die Gondolieri von Venedig und die Lazzaroni von Neapel in Erſtaunen geſetzt hatte. Unſer alter Freund, der Bürgermeiſter Pfaffendorf, der, weil er älter als acht und zwanzig Jahre, darum nicht minder luſtig war und ſeine

Aehnlichkeit mit einem Faß benützt hatte, um ſich mit Wein füllen zu laſſen, erklärte, daß ſich hiebei nichts

Schweres finde, und daß er, ſo dick er auch ſei, eben

viel als Gamba machen werde.

Was für ihn eine Gelegenheit war, ſich als Zephyr auf die Lehne des Stuhles zu ſtellen und majeſtätiſch aut den weichen Raſen zu ſtürzen. Gegen zehn Uhr zogen ſich Chriſtiane, Friedrike um Lothario zurück.

Gretchen blieb bis um Mitternacht; da führten ſie die Frauen in ihr Zimmer.

Als ſie wieder herabkamen, waren die Männer vei⸗* ſchwunden und die Lichter ausgeloſcht. Es herrſchten in

Garten nur noch vie Einſamkeit und die Nacht. Nach Verlauf von einer halben Stunde offnete Gret⸗