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chen, beſorgt, als ſie Niemand kommen ſah und kein Ge⸗ räuſch hörte, ihr Fenſter.
Sie erblickte zu ihrem Erſtaunen ein Seil, das an dem vor dem Fenſter angebrachten eiſernen Balcon be⸗ feſtigt war. Das andere Ende des Seiles war, ſo viel ſie in der Finſterniß unterſcheiden konnte, an einen unge⸗ fähr fünfzig Schritte entfernt ſtehenden Baum gebunden.
In dem Augenblick, wo fie ſich fragte, was das Seil bedeute, entzündeten ſich Fackeln im Garten, den ſie tag⸗ hell erleuchteten, und Gretchen ſah plötzlich auf dem Baume Gamba, mit einer Hand ſich an einem Aſte hal⸗
tend und die Füße auf das Seil ſetzend.
Beſtürzt, wollte Greichen ſchreien. Doch ſie befürch⸗ tete, ein Schrei könnte Gamba erſchrecken und ihn das verlieren laſſen. Sie hielt bleich vor Angſt an ſich.
Gamba ließ den Aſt los und fing an auf dem Seile zu gehen,— ruhig lächelnd, ſo behaglich, als ob es auf dem Sande der Allee geweſen wäre.
Nach einer Minute ſprang er leicht in's Zimmer.
Wüthendes Beifallsgeſchrei erſcholl im Garten.
Gamba neigte ſich über den Balcon und rief:
„Es iſt gut; Zigeuner und Landecker, morgen 46
Und er ſchloß das Fenſter.
Mittlerweile aber kniete Chriſtiane in ihrem Zimmer und ſprach:
„Ahi die göttliche Barmherzigkeit iſt unendlich. Wenigſtens wird meine Tochter glücklich ſein. Mein ar⸗ mer Julius, ich verarge Dir, was Du gethan haſt, aber, ach! an Deiner Stelle hätte ich vielleicht daſſelbe gethan 1*
Ende.


