Teil eines Werkes 
15.-17. Bdchn (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

Schatten des Aergers verwiſchen. Sein Glück war un⸗

voliſtändig.

Der Zug gelangte durch das Gitter. In dieſem Augenblick vernahm man in der Ferne ein unbeſtimmtes Geräuſch..

Wartet! rief Gamba, deſſen Geſicht nun ſtrahlte. Hier kommen ſie.

Das Geräuſch näherte ſich raſch, und man unter⸗

ſchied bald eine bizarre Muſik, bei der die Querpfeifen,

der Schellentrommeln und die Caſtagnetten von guttura⸗ len Schreien und ſchrillen Ausrufungen begleitet wurden. Beinahe in demſelben Augenblick erſchien ein Wa⸗

gen bei der Wendung der Straße.

Hier! rief Gamba, indem er ſich den Pferden an den Kopf warf.*

Der Wagen hielt raſch an, und es ſtieg eine Truppe von Zigeunern, Männer und Weiber, buntſcheckig, beflit⸗ tert, mit Gold verbrämt, funkelnd, aus.

Nun vorwärts! ſagte Gamba.Wir ſind voll⸗ Man ſetzte ſich in Marſch beim ſchallenden Lärmen der Querpfeifen und der Cymbeln. Während der eine Theil der Zigeuner die kupfernen Deckel an einander ſchlug und auf den Fiedeln kratzte, tanzte die andere Hälfte, ſchlug das Rad, machte Luftſprünge, wirbelte, lief im Galopp auf den Händen, um zugleich die Augen und die Ohren zu ergötzen.

Gamba war entzückt. Dieſe edlen Uebungen, welche das beſtändige Studium ſeiner Kindheit und ſeiner Ju⸗ gend geweſen waren, ergriffen, bezauberten, berauſchten ihn. Die Begeiſterung ſtieg ihm zu Gehirn. Er lachte, er klatſchte Beifall, er jauchzte. Es juckte ihn in den

Waden.

Alle Augenblicke hielt er ſich zurück, aus Furcht, er könnte der ungeheuern Luſt die er hatte, auf dem Kopfe zu laufen, nachgeben. Es bedurfte nicht weniger,