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und Speculativn. Keine Stille, keine Ehrfurcht, keine Frömmigkeit!
In den Dörfern aber ſchlafen die Todten ruhig. Kein Müßiggänger beläſtigt ſie. Die Einſamkeit läßt ihnen die nach dem Leben ſo wohl verdiente Ruhe.
Keine Gitter und Wächter, die das Gebet zu einer gewiſſen Stunde unterbrechen. Der Friedhof iſt nie ge⸗ ſchloſſen. Ihr könnt dort des Nachts weinen, und nur in der Nacht thut es wohl, auf die Gräbef zu gehen. Des Nachts rühren ſich die Todten in ihren Beber und antworten auf das, was man ihnen ſagt. Des Nachts hört man ihre Stimme im ſchwachen Geräuſche der Kräuter. Nur bei Nacht gibt es Gräber.
An dieſem Abend war der Himmel vom Mond über⸗ goſſen. Die Kirche von Landeck glänzte wie eine Schnee⸗ wand. Der Herbſtmonat hielt ſeinen Athem zurück. Die Vögel ſchliefen in ihren Neſtern, und es war, als hörte man die Bewegung der Sterne.
Es herrſchte eine ſolche Milde in der ganzen Natur, daß Chriſtiane und Friedrike ihr Herz tief gerührt fühlten.
Der Gott, der ſo viele ſanfte Dinge geſchaffen, den Himmel ſo lächelnd, die Luft ſo liebkoſend, die Blu⸗ men ſo duftend gemacht hatte, konnte unmoͤglich ſchlimmer ſein, als ſeine Schöpfung und auf ewig dieje⸗ nigen trennen, welche ſich geliebt hatten. Dieſe Ruhe der Natur war ein Verſprechen.
Alles dies, Strahl, Athem und Duft, ſagte der Mutter und der Tochter:
„Trocknet Eure Thränen, Ihr werdet ihn wieder⸗ ſehen. Er ſchläft, doch er wird erwachen.“
„Und da Friedrike in ſich einen Gedanken hatte, den ſie zu entfernen ſuchte, da ſie auf dieſem Grabe nur an ihren Vater denken wollte, ſo ſagte ihr die heitere, beru⸗ higende Nacht noch leiſe: ₰
„Denke an Lothario, Du kannſt es ohne Gewiſſens⸗ zweifel. Damit Du glücklich ſeiſt, iſt Dein Vater ge⸗


