Teil eines Werkes 
15.-17. Bdchn (1851)
Entstehung
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ten die Mutter und die Tochter aus dem Schloß und

wanderten nach dem Friedhofe. Hier, durch die Decke des Bodens, ſtrachen ſie mit

demjenigen, welcher hingegangen war, und es ſchien ih⸗

nen, als wäre der Abweſende wieder auf einige Minuten gegenwärtig. Sie ſahen ihn, ſie ſprachen mit ihm, und er ſah ſie auch und ſprach mit ihnen.

Auf den Knieen, um ſich ihm mehr zu nähern, war⸗ fen ſie ihm vor, daß er ſie verlaſſen hatte. Das waren traurige und zärtliche Ergüſſe, wo ſie Schmerz, Dankbar⸗ keit, Liebe, ihr ganzes Herz ausſtrömten. Der Todte lebte in ſeinem Grabe. Oh! man iſt nur wirklich todt, wenn man vergeſſen iſt, und nie, in keinem Angenblick ſeines

Daſeins, hatte Julius mehr gelebt, als jetzt in ſolchen

Erinnerungen und in ſolchen Thränen.

Die erſten Zuſammenkünfte der zwei Frauen mit dem theuren Todten waren ſchmerzvoll. Anfangs bringt der Tod von denjenigen, welche man liebt, die Wirkung des Herausreißens hervor. Alle Fibern der Seele zerreißen ſich und bluten.

Aber die Vorſehung, nach deren Willen die Menſch⸗ heit vorwärts ſchauen und ſich nicht im Beklagen der Vergangenheit verzehren ſoll, vernarbt immer die tieſſten Wunden. Die Verzweiflung mindert ſich, und da man im Ganzen ſicher iſt, im Grabe wieder mit denjenigen zuſammenzutreffen, welche man darein niedergelegt hat, ſo faßt man Geduld, und man betrachtet den Tod als eine verabredete Zuſammenkunft, wo ſich bald Alle wie⸗ derfinden werden.

Und dann gibt es nichts Beruhigenderes, als ein Friedhof, beſonders ein Friedhof auf dem Lande. In den Städten ſind die Friedhöfe nur hei Tage offen. Die Menge ſtrömt dahinz es iſt ein Spaziergang; die Neu⸗ gierde faullenzt und ſchwatzt hier; die Steinhauer und die Maurer verfolgen die Leute, bieten ihnen ihre Dienſte an und verletzen die Heiligkeit des Todes durch Seandal