gegeben hat. ueberdies hatte er vielleicht Gründe, die wir nicht kennen. Ich übernehme es nicht, Ihnen ſeine lichtſcheuen Intriguen aufzuklären. Doch ich kenne ihn, ich kenne den Grafen von Eberbach, und ich ſtehe Ihnen dafür, daß in dem Handſchuh, den man Ihnen ins Geſicht geworfen, die Hand von Samuel Gelb war.“
Lothario zögerte vor einer ſo entſchiedenen Ueber⸗ zeugung.
„Glauben Sie mir,“ fuhr ſie beharrlich fort.„Es gibt Dinge, welche Ihnen zu ſagen ich für unnöthig halte, die Sie aber überzeugen würden. In dieſem Augenblick iſt das Weſentliche nicht, zu wiſſen, woher der Schlag kommt, ſondern ihn zu pariren. Haben Sie, ſeitdem Sie den Brief von Ihrem Oheim erhalten, etwas gethan?“
Lothario erzählte ſeinen Beſuch in Menilmontant und erwähnte des Billets„das er dort zurückgelaſſen.
„An ihn haben Sie alſo zuerſt gedacht!“ rief fie. „Doch gleichviel. Das iſt nicht die Stunde zu Anſchul⸗ digungen und Vorwürfen. Es iſt noch Zeit. Seien Sie ruhig. Ich vanke Ihnen, daß Sie gekommen ſind. J werde Sie retten, und ich werde den Grafen von Eber⸗ bach retten. Ich liebe Sie wie meinen Sohn, und er wird vielleicht bald erfahren, wie ich ihn liebe.“
„Meinen Dank, Madame.“
„Ah!“ ſprach ſie,„die Rettung von Euch Beiden
verſchoben habe, und pas ich nur in der äußerſten Noth hringen wollte, werde ich vollführen, und ſollte ich dar⸗
„Ah! Madame,“ rief Lothario,„meine Rettung ſoll nicht um einen ſolchen Preis erkauft werden.“
„Laſſen Sie mich machen, Kind. Laſſen Sie Gott walten, der in Allem dem iſt. Wir wollen Alles ord⸗ nen. Um welche Stunde, ſagen Sie, hat Ihnen der Graf
von Eberbach Rendez⸗vous bei der Brücke von Saint⸗De⸗ nis gegeben?“
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