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„Hören Sie,“ ſprach Lothario.
Und ſtammelnd vor Schmerz und Scham, erzählte er die öffentliche Beleidigung, die ihm ſein Oheim ange⸗ than hatte.
Slympia hoͤrte ihm beſtürzt zu, ohne ein Wort zu ſagen. Als er geendigt hatte, fragte ſie:
„Und Sie errathen die Urſache des Zornes Ihres
Oheims nicht?“
„Ich habe nicht die geringſte Vermuthung,“ erwie⸗ derte Lothariv.„Alles, was ich mir in Beziehung auf ihn vorwerfen muß, iſt, daß ich zwei oder dreimal Frie⸗ drike auf der Straße von Enghien begegnet habe, ſeitdem er uns verboten, uns allein zu ſehen; ich war zu Pferde, ſie im Wagen. Wir plauderten jedes Mal fünf Minuten mit einander. Bei meiner Seele, ich habe keine andere Schuld, als dieſe. Es iſt nicht möglich, daß aus einem ſo leichten Beweggrunde mein Oheim ſich zu einem Ex⸗ ceſſe dieſer Art hat hinreißen laſſen.“
.„Oh!“ murmelte Olympia,„dahinter iſt Samuel elb.“
„Herr Samuel Gelb hat nichts gegen uns zu ſagen gehabt.“ „Desdemona und Caſſio ſind unſchuldig, und dennoch hat ſie Jago mit einem Wort durch Othello tödten ge⸗ macht. Ich ſagte Ihnen, Sie ſollen dieſem Menſchen mißtrauen.“
„Warum ſollte er mir grollen?“ fragte Lothario.
„Die Böſen bedürfen keines Grundes, um zu haſſen. Ihre Bosheit genügt. Und dann haben Sie ihm eine Frau genommen, die er liebte.“
„Ich habe ſie ihm nicht genommen, er hat ſie mir gegeben. Iſt er wüthend, vaß die Zukunft von Friedrike mir gehört, ſo hatte er ein ſehr einfaches Mittel, zu ma⸗ chen, daß ſie nicht mein war: er durfte ſie nur behalten.“
„Zuweilen gibt man, und dann bereut man, daß man


