te
E
f
—
7
Ja, Herr Samuel Gelb hatte ihm Beweiſe von einer aufrichtigen Freundſchaft gegeben, ihm und Friedrike. Er, der Friedrike geliebt, der Herr ihrer Zukunft war, der ſie durch die Vergangenheit und durch ihren Eid feſtgehalten, er hatte die Großmuth gehabt, auf ſie zu verzichten und ſie Lothariv zu geben. Und ſeitdem hatte ſich ſeine Großmuth nicht einen Augenblick verleugnet. Er hatte unabläſſig die Partei von Friedrike und von Lothario gegen die Mißſtimmungen des Grafen von Eber⸗ bach genommen. Das war ein ſolider Freund, der bei einem ſo entſcheidenden Umſtand nicht ungetreu werden würde.
Herr Samuel Gelb war andererſeits der einzige Freund des Grafen von Eberbach; er wußte vielleicht etwas; er konnte zur Noth in's Mittel treten.
Er allein war im Stande, Alles aufzuklären und Alles zu beſchützen.
Da begab er ſich nach Menilmontant. Da ließ Samuel, in einer ſeiner Manſarden eingeſchloſſen und verborgen, ſagen, er ſei abweſend; und Lothario ſchrieb für ihn ein paar Zeilen, in denen er ihm das Unglück, das ihm widerfahren, mittheilte und ihn beſchwor, zu ſei⸗ nem Oheim zu eilen, oder zur Geſandtſchaft zu kommen, kurz, zu ſehen, was bei dieſem beklagenswerthen Verhält⸗ niſſe zu thun wäre.
Als er wieder in ſeinen Wagen geſtiegen war, hatte Lothario einen Anfall tiefer Entmuthigung. Wenn Herr Samuel Gelb nicht nach Hauſe kommen würde? Und er werde nicht nach Hauſe kommen.
Wenn er käme, ſo wäre es zur Mittagsmahlzeit, und das wäre zu ſpät.
Wen aufſuchen? Friedrike? Dadurch hätte er ſich ver Gefahr ausgeſetzt, dem Grafen von Eberbach zu be⸗ gegnen, und den Anſchein gehabt, als trotzte er ihm abermals. Ohne daß er den geringſten Beweis hiefür hatte, that ihm ſein Inſtinet ganz klar kund, daß ihret⸗


