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zu machen. Das iſt ein Irrthum, ich kann es mir durchaus nicht anders denken.“
„Oh! ja,“ ſagte lebhaft der troſtloſe Lothario.
„Nun denn, da Sie mich um Rath fragen, mein Rath iſt, daß Sie Alles thun müſſen, um zur Quelle
dieſes Irrthums aufzuſteigen. Finden Sie Jemand, der mit Ihrem Oheim vertraut iſt, und ſuchen Sie zu erfah⸗ ren, was dieſem Zorne zu Grunde liegt. Uebrigens wird er nicht hiebei ſtehen bleiben, er wird Ihnen wahrſchein⸗ lich eine Herausforderung ſchicken; man wird Zeugen haben müſſen. Die Zeugen werden ein Duell nicht geſtatten, ohne den Beweggrund zu kennen. Sie werden alſo Alles erfahren und Ihrem Oheim beweiſen können, daß er ſich täuſcht.“
„Ja, Euere Excellenz hat Recht!“ rief Lothario. „Oh! meinen Dank.“
„Es iſt noch nichts verloren. Die Urſache der Be⸗ leidigung, das iſt es, was man wiſſen muß.“
Lothario verließ den Geſanbten ein wenig ruhiger und ging in ſein Zimmer hinauf.
Die Urſache der Beleidigung! Vielleicht würde ſie ihm der Brief des Grafen von Eberbach nennen.
In allen Fällen, wie der Geſandte ſo gut geſagt, hätten die Zeugen das Recht, zu fragen, warum das Duell, und es wäre noch Zeit, Alles in Ordnung zu bringen.
„Hier iſt ein ſehr preſſanter Brief,“ meldete ein ener. thario warf ſich darauf.
„Gehen Sie,“ ſagte er.
Als der Diener abgegangen war, öffnete Lothario den Brief voll Angſt.
Er las.
„Ich habe Sie beſchimpft. Sie können keine Ge⸗ nugthuung von mir verlangen, ich biete ſie Ihnen an.
„Seien Sie heute Abend bei der Brücke, welche vor


