Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1851)
Entstehung
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fürchten, es ſei dem jungen Mann ein Unglück wiver⸗ fahren. Man hat mir geſagt, Sie wiſſen, was aus ihm geworden, und ſo habe ich mir die Freiheit genommen, mich hierher zu begeben, um mich bei Ihnen zu er⸗ kundigen.

Der Geſandte unterbrach Samuel beinahe ſtreng und erwiederte:

Herr Samuel Gelb, Lothario war mein Secretaire.

Mehr noch, als Geſandter vertrete ich in Frankreich die

königliche Würde von Preußen, und ich bin beauftragt, über die Angehörigen unſerer Nation zu wachen. Ich geſtehe Niemand das Recht zu, mehr beunruhigt und wißbegierig, als ich, als ſeine Familie hinſichtlich deſſen zu ſein, was die Intereſſen von Lothario betrifft. Sind Sie ſein Verwandter? Ich weiß, daß er verſchwunden iſt, und dennoch gerathe ich nicht in Bewegung, befrage ich nicht alle Welt, von den Dienſtboten in Paris bis zu den Schiffern in Saint⸗Denis. Das iſt Alles, was ich Ihnen zu ſagen habe. Erinnern Sie ſich jedoch, daß, wenn der Geſandte von Preußen ſchweigt, Herr Samuel Gelb das Recht hat, nicht zu fragen.

Mit dieſem Nachdruck ausgeſprochen gleicht das Recht ſonderbar dem Worte Pflicht.

So entließ der Geſandte mit dem Kopfe nickend Samuel.

Der hochmüthige, eiſige Empfang des Geſandten ärgerte Samuel Gelb nicht. Er ſah darin nur die Un⸗ zufriedenheit eines Mannes, der über die Aufmerkſamkeit verlegen iſt, die ein Geheimniß, das er bewahren will, erweckt hat.

Dieſe ſtolze Zurückhaltung kam ihm mehr wie ein vortreffliches Anzeichen vor. Sicherlich war der Geſandte Mitwiſſer bei dem Geheimniſſe der Genugthuung, wie er es bei der Beleidigung war.

Nur war der Graf von Eberbach zu hoch geſtellt durch ſein Vermögen und durch ſeinen Rang, und er war